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4.1 Zeitfresser in den Griff bekommen

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In der als niederschwelliges Escape Game gestalteten Weblektion begleiten die Lernenden den Protagonisten Felix durch seinen Alltag und unterstützen ihn dabei, unbewusste „Zeitfresser“ zu identifizieren und zu eliminieren. Die Reise führt durch vier zentrale Stationen seines Alltags: den Morgen, den Schulvormittag, die Busfahrt und die Hausaufgabenzeit. Durch den spielerischen Ansatz verwandelt sich die theoretische Auseinandersetzung mit Mediennutzungszeiten in eine lebensnahe Erfahrung, die Reflexion anstößt und echte Verhaltensänderungen ermöglicht.

Inhalte des Kapitels

  • Welche Tricks wenden Plattformbetreiber an, damit wir möglichst viel Zeit auf Social Media verbringen? Information über Dark Patterns

  • Wie viel Zeit verbringe ich auf Social Media – auch im Vergleich zu anderen? Einschätzung und Reflexion der eigenen Social-Media-Nutzungsdauer im Vergleich mit empirischen Daten (aktuelle JIM-Studie und Bitkom-Studie)

  • Warum beschäftigt uns Social Media so viel, sogar wenn wir offline sind? Unterscheidung verschiedener Nutzungsmotive (z. B. Unterhaltung und Ablenkung, Informationen sammeln, soziale Vernetzung, zeigen, wer man ist, Erlebnisse speichern, usw.)

  • Wie kann man Zeitfresser in den Griff bekommen? Finden von individuell passenden Strategien zur bewussten und selbstgesteuerten Mediennutzung, insbesondere zu Hause und beim Lernen

Kompetenzerwartungen

Die Schülerinnen und Schüler…

  • reflektieren ihre Social-Media-Nutzungsdauer kritisch, insbesondere vor dem Hintergrund von Dark Patterns und verschiedenen Nutzungsmotiven.

  • vergleichen ihre Einschätzungen mit empirischen Daten (JIM-Studie) und ziehen daraus individuelle Schlüsse.

  • erschließen den Zusammenhang zwischen Nutzungsdauer, Aufmerksamkeit und Konzentration.

  • finden individuell passende Strategien, um bewusster mit ihren Social-Media-Nutzungszeiten umzugehen.

Fachliche Anknüpfungspunkte im LehrplanPLUS

Die Thematik des Kapitels bietet insbesondere in den Fächern Deutsch, Ethik, Religionslehre (evangelisch, katholisch, orthodox) sowie Informatik oder Politik und Gesellschaft mögliche Anknüpfungspunkte.

Im Fach Deutsch lassen sich Bezüge zu Mediennutzung, Kommunikation, medialer Darstellung und deren Wirkung herstellen.

Die Fächer Ethik und Religionslehre thematisieren das eigene Konsumverhalten sowie eine gesunde, verantwortungsvolle Mediennutzung in der Freizeit.

Im Fach Informatik finden sich Anknüpfungspunkte in den Lernbereichen, in denen eine sinnvolle Freizeitgestaltung sowie ein verantwortungsbewusster Umgang mit Sozialen Netzwerken behandelt wird.

An Gymnasien bietet sich auch eine Thematisierung im Fach Politik und Gesellschaft (PuG) im Bereich „Die Jugendphase bewusst erleben und gestalten“ an.

⏱️ Planen Sie für die Bearbeitung des gesamten Kapitels ca. 60-90 Min. (je nach gewählter Impuls- und Plenum-Variante) ein. Die reine Bearbeitungsdauer der Weblektion beansprucht ca. 25-30 Minuten.

ℹ️ Hinweise

Allgemein

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, stellen Sie sicher, dass die mobilen Endgeräte der Schülerinnen und Schüler mit dem WLAN der Schule verbunden sind und über eine funktionierende Scan-Funktion für den QR-Code auf dem Arbeitsblatt verfügen.

Escape-Game

Da diese Einheit Übungen im Stil eines Escape-Games beinhaltet, ist es wichtig, dass die Lernenden alle interaktiven Aufgaben absolvieren, um die vier Codewörter zu finden. Sollten die Schülerinnen und Schüler ein Codewort nicht entdecken, können Sie ihnen folgende Hilfestellungen dazu geben:

Falle 1: Das Codewort lautet “Wissen” - es findet sich am Ende des Interactive Videos zu “Dark Patterns” nach erfolgreicher Absolvierung der Quizfragen.

Falle 2: Das Codewort lautet “Bewusstheit” - es findet sich in der letzten Aufgabe der Course-Presentation zu den Nutzungszeiten.

Falle 3: Das Codewort lautet “Vorfreude” - die Lernenden erhalten es nach erfolgreicher Lösung des Lückentextes.

Falle 4: Das Codewort lautet “Fokus” - es ist hinter dem Ausrufezeichen im Hotspot-Bild “Smartphonefreie Zonen in der Wohnung” beim Schreibtisch versteckt.

Zusätzlich gibt es einen Distraktor: An einer Stelle wird statt einem “Codewort” ein “Zauberwort” erwähnt.

Wichtig ist, dass die Lernenden die Codewörter in der richtigen Reihenfolge und mit korrekter Rechtschreibung eingeben.

Arbeitsblatt

Für diese Einheit gibt es ein dreiseitiges Arbeitsblatt, wobei die Seiten 1-2 essenziell für die Bearbeitung der Einheit sind. Das heißt, dass ihnen das Arbeitsblatt Seite 1-2 unbedingt zur Verfügung gestellt werden sollte. Wenn sie das Arbeitsblatt nicht haben, können die Lernenden die Aufgaben zur Falle 3 (“Nur Social Media im Kopf”) sowie die Checklisten-Fragen am Ende nicht vollständig bearbeiten. Die dritte Seite ist optional und dient zur Bearbeitung der Aufgaben “Für Schnelle und Neugierige”.

Optionale Smartphone-Nutzung im Abschnitt “Für Schnelle und Neugierige”

Im Abschnitt “Für Schnelle und Neugierige” wird die Option angeboten, selbst Einstellungen am eigenen Smartphone einzusehen und vorzunehmen (Bildschirmzeit checken und Fokusmodus einstellen). Diese Einheiten sind aus dem “Tablet-Kompass - 4.1 Meine Bildschirmzeit” übernommen.

💡 Tipp

Wenn Sie Leihgeräte verwenden, verteilen Sie diese erst, nachdem Sie die Arbeitsblätter mit den QR-Codes ausgeteilt und den Einstieg beendet haben. Da die digitale Erarbeitungsphase am Tablet ein individuelles Arbeitstempo ermöglicht, verweisen Sie schnellere Lernende konsequent auf den Abschnitt „Für Schnelle & Neugierige“ am Ende der Weblektion (siehe Hinweise). So überbrücken Sie Geschwindigkeitsunterschiede und ermöglichen einen gemeinsamen, fokussierten Start in die anschließende Plenumsphase.

1 Einstieg

Wählen Sie einen der folgenden Impulse für den Einstieg in das Kapitel aus.

Impuls 1

Wie lang ist ein Augenblick? In einer Welt der ständigen Reizüberflutung wagen wir ein kleines Experiment und setzen der digitalen Geschwindigkeit radikale Ruhe entgegen.
Wir vergleichen unser subjektives Zeitgefühl und diskutieren, wie viel Erholung wir uns im digitalen Alltag eigentlich noch gönnen.

Das primäre Ziel dieses Einstiegs ist die Sensibilisierung für die subjektive Zeitwahrnehmung. Durch den bewussten Kontrast zwischen der „gedehnten Zeit“ in der Stille und der „komprimierten Zeit“ beim digitalen Konsum sollen die Lernenden erkennen, wie leicht soziale Medien als Zeitfresser fungieren können.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 5 Minuten

🛠️ zusätzlich benötigtes Material: analoger oder digitaler Timer

Phase 1: Zwei Minuten Stille (2 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Leiten Sie ohne große Vorrede eine kurze Stille-Phase ein. Erklären Sie lediglich die Regeln: Die Lernenden sollen für genau zwei Minuten die Augen schließen oder den Blick senken, sich nicht unterhalten und versuchen, einfach nur wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht. Nutzen Sie einen Timer, der entweder für alle sichtbar ist oder nur für Sie sichtbar abläuft.

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler:Schließe für zwei Minuten die Augen oder senke deinen Blick! Unterhalte dich nicht! Versuche, einfach still zu sitzen und wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht!”

Phase 2: Reflexion im Plenum (2-3 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Sammeln Sie direkt im Anschluss die Eindrücke der Lernenden. Nutzen Sie bei Bedarf die folgenden Nachfragen, um den Kontrast zur Mediennutzung herauszuarbeiten:

  • Wahrnehmung: “Wie ging es dir in der Stille? Wie lang sind dir diese zwei Minuten vorgekommen – eher wie eine Ewigkeit oder wie ein kurzer Moment?”

  • Der Medien-Kontrast:Wie schnell vergehen zwei Minuten, wenn du durch einen Social-Media-Feed scrollst? Wie viel verschiedene Videos oder Beiträge siehst du in dieser kurzen Zeit schätzungsweise?”

  • Wert der Zeit:Hat sich die Stille für dich wie „Zeitverschwendung“ angefühlt? Warum fühlt sich das Scrollen oft nicht wie Zeitverschwendung an, obwohl wir uns danach oft kaum an die Inhalte erinnern können?”

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler

  1. Wahrnehmen, beobachten

    Schließe für zwei Minuten die Augen oder senke deinen Blick! Unterhalte dich nicht! Versuche, einfach still zu sitzen und wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht!

  2. Reflektieren, beschreiben

    Beschreibe deine Erfahrungen!

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen!

Überleitung zur Weblektion

Fassen Sie die Erkenntnisse der Schülerinnen und Schüler nochmals knapp mündlich zusammen und leiten Sie zur Weblektion über.

Formulierungsvorschlag: „In der Stille merken wir erst, wie lang zwei Minuten eigentlich sind. Am Smartphone vergeht die Zeit manchmal so schnell, dass wir es gar nicht merken. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, ist unter anderem Thema der heutigen Stunde. Nehmt eure Tablets, scannt den QR-Code auf eurem Arbeitsblatt und startet die Weblektion ‘4.1 - Zeitfresser in den Griff bekommen’.“

Impuls 2

Unser Smartphone ist oft der erste Begleiter des Tages - doch ist uns das bewusst?
Mit diesem Einstiegsimpuls eruieren Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern mittels Murmelrunden die „digitalen Morgenroutinen” in der Klasse.

Das Hauptziel ist die Sensibilisierung für das eigene, teils unbewusste Mediennutzungsverhalten im Sinne einer reaktiven Mediennutzung. Durch den Abgleich von alltäglichen, bekannten, unbewussten Handlungen (Routinen) am Morgen mit der Smartphone-Nutzung können die Lernenden erkennen, dass der Griff zum Handy oft ein ebenso automatisierter Teil ihres Tagesbeginns ist. Dies bereitet den Boden für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema “Social Media als Zeitfresser”.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 10 Minuten

🛠️ zusätzlich benötigtes Material: analoger oder digitaler Timer

Phase 1: Bildimpuls und Definition “Morgenroutine” (2 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Klären Sie zunächst knapp im Plenum den Begriff “Morgenroutine”. Wahlweise können Sie den Bildimpuls (siehe Material unten) nutzen. Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbildmodus anzuzeigen.

Beispielerklärung: “Eine Morgenroutine ist eine feste Reihenfolge von Aufgaben, die du jeden Morgen nach dem Aufstehen erledigst – zum Beispiel Zähneputzen, Frühstücken und Schultasche packen. Weil du diese Dinge immer auf die gleiche Weise machst, gewöhnt sich dein Körper daran. Man kann es sich wie ein „Autopilot-Programm“ vorstellen, das wir einfach abspielen, ohne groß darüber nachzudenken.”

Phase 2: Murmelrunden (ca. 4 Minuten)

Runde 1

  • Aktion der Lehrkraft (Murmelrunde 1 anmoderieren; 2 Minuten):

    Stellen Sie sicher, dass die Lernenden schnell Tandems (oder wenn es nicht aufgeht ein Tridem) bilden können. Halten Sie einen Timer griffbereit (z. B. an der digitalen Tafel oder analog) und stellen Sie diesen auf 30 Sekunden ein. Nutzen Sie gern die entsprechende Folie im Material (s. u.), um den Schülerinnen und Schülern den nachfolgenden Arbeitsauftrag zu stellen.

  • Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler: Denke kurz darüber nach, wie in der Regel deine Morgenroutine aussieht! Beschreibe diese anschließend in maximal 30 Sekunden. Dein(e) Partner(in) hört währenddessen aufmerksam zu. Danach wird gewechselt.

Runde 2

  • Aktion der Lehrkraft: (Murmelrunde 2 anmoderieren; 2 Minuten):

    Die Lernenden bleiben in den Tandems/Tridem. Stellen Sie den Timer wieder auf 30 Sekunden ein. Geben Sie den nachfolgenden Arbeitsauftrag, gerne via Folienpräsentation aus dem Material (s.u.).

  • Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler: Überlege nun, ob in deiner Morgenroutine auch Medien eine Rolle spielen, wie z. B. dein Smartphone! Wenn ja: „Wie viel Zeit verbringst du morgens am Handy? Was davon ist wirklich wichtig für deinen Tag?” Äußere deine Überlegungen anschließend in maximal 30 Sekunden. Dein(e) Partner(in) hört währenddessen aufmerksam zu. Danach wird gewechselt.

Phase 3: Austausch im Plenum (3 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Sammeln Sie kurz im Unterrichtsgespräch die Eindrücke aus den zwei Murmelrunden. Nutzen Sie dazu gern die entsprechende Folie im Material (s.u.).

Beispiele für maximal zwei bis drei strukturierende Nachfragen, falls der Austausch ins Stocken gerät oder zu ausschweifend wird:

  • Wie leicht ist es euch gefallen, eure Routinen zu beschreiben? Häufig ist das für uns gar nicht so einfach.

  • Habt ihr Gemeinsamkeiten und Unterschiede in euren Morgenroutinen entdeckt?

  • Was hat euch bei der Antwort eures Partners am meisten überrascht?

  • Wer von euch wollte heute Morgen nur kurz eine Nachricht checken und ist dann 'hängengeblieben', sodass es am Ende stressig wurde?

  • Welche Rolle spielt das Smartphone in eurer Morgenroutine?

  • Wann hast du heute zum ersten Mal auf dein Smartphone geschaut und warum?

  • Welche Apps hast du heute schon genutzt? Wie ging es dir dabei?

  • Hast du heute schon eine Benachrichtigung bekommen, die eigentlich völlig unwichtig war, die dich aber trotzdem (kurz) abgelenkt/dir Zeit gekostet hat?

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler: Äußert eure zentralen Erkenntnisse aus den Murmelrunden hinsichtlich eurer morgendlichen Mediennutzung!”

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf den Doppelpfeil rechts oben im Vorschaubild, um es im Vollbildmodus zu öffnen.

Überleitung zur Weblektion

Fassen Sie zusammen, dass Routinen sowohl Vor- als auch Nachteile in unserem Alltag haben und leiten Sie zur Weblektion über.

  • Formulierungsvorschlag: „Routinen haben viele Vorteile, aber auch Nachteile - insbesondere, wenn es um die Smartphonenutzung und Social Media geht. Beim Zähneputzen helfen sie uns, Zeit zu sparen. Nutzen wir aber unser Handy im “Autopiloten”, führt dies oft dazu, dass wir Zeit verlieren, ohne es zu merken. Warum das so ist und was wir dagegen tun können, ist unter anderem Thema der heutigen Stunde. Nehmt eure Tablets, scannt den QR-Code auf eurem Arbeitsblatt und startet die Weblektion ‘4.1 - Zeitfresser in den Griff bekommen’.“

Impuls 3

Ein Mädchen, eine Armee in Grau und die Frage nach dem Wert des Augenblicks: Was passiert, wenn Zeit zur reinen Ware wird? Lassen Sie sich von Momos Gabe inspirieren und finden Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern heraus, was unsere Zeit wirklich wertvoll macht.

Hinweis für die Lehrkraft

  • Für diesen Impuls ist es empfehlenswert, sich vorab mit “Momo” auseinandergesetzt zu haben - entweder mit der literarischen Fassung von 1973 und/oder mit den Verfilmungen von 1986 bzw. 2025.

  • Natürlich bietet es sich bei dieser Variante des Einstiegs auch an, den Roman vorab oder im Nachgang als Schullektüre zu lesen und/oder im Rahmen der Filmbildung die filmische Umsetzung im Unterricht zu thematisieren, sofern es Fach und Lehrplan implizieren. Insbesondere die Fächer Deutsch, Religion/Ethik und Kunst bieten sich dafür an.

  • Hintergrundinformationen und unterstützendes Material finden Sie hier:

Das Ziel dieses Einstiegsimpulses ist die Abstraktion des Begriffs Zeitfresser durch eine literarische Metapher. Indem die Lernenden die „Grauen Herren“ als Zeitdiebe kennenlernen, wird ihnen verdeutlicht, dass Zeitraub kein bloßer Zufall ist, sondern oft systematisch erfolgt. Die Lernenden sollen erkennen, dass moderne digitale Angebote ähnlich wie die Figuren im Roman funktionieren: Sie versuchen, unsere Aufmerksamkeit als kostbare Ressource zu gewinnen. Dadurch wird die Grundlage geschaffen, das eigene Nutzungsverhalten nicht nur als persönliche Gewohnheit, sondern als wertvolle Lebenszeit zu begreifen, die es vor äußeren „Dieben“ zu schützen gilt.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 10 Minuten

Phase 1: Vorwissen aktivieren (ca. 2 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Da es sich bei Momo um einen verfilmten Jugendbuch-Klassiker handelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass einige Lernende das Werk schon kennen. Aktivieren Sie daher kurz das Vorwissen dieser Schülerinnen und Schüler. Nutzen Sie dazu gern die entsprechende Folie im Material (siehe unten). Stellen Sie sinngemäß die Leitfrage: „Was weißt du über Momo?“

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler: “Teile der Klasse kurz mit, was du über Momo weißt!”

Phase 2: Erschließung des Zitats (ca. 5 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft: Präsentieren Sie aus dem Material (siehe unten) das Zitat aus dem Jugendbuchklassiker “Momo oder Die seltsame Geschichte von den Zeit-Dieben und von dem Kind, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbrachte” von Michael Ende (1973). Lesen Sie das Zitat am besten selbst vor, während die Lernenden mitlesen können. Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbildmodus anzuzeigen.

  • Wenn nötig: Geben Sie einen knappen Kontext zur Geschichte, falls nicht alle Lernenden das literarische Werk von Michael Ende oder den Film kennen und es dadurch zu Verständnisschwierigkeiten kommt.

    • Formulierungsvorschlag:

      „In der Geschichte geht es um Momo. Sie hat eine besondere Gabe: Sie kann wunderbar zuhören und schenkt den Menschen Zeit. Doch in ihrer Stadt tauchen die 'Grauen Herren' auf. Das sind Zeitdiebe, die von der Zeit anderer Menschen leben. Sie überreden die Leute, jede Minute zu sparen und keine Zeit mehr mit 'unnützen' Dingen wie Spielen oder Träumen zu verschwenden. Aber je mehr die Menschen sparen, desto hektischer und ärmer wird ihr Leben.“

  •  Gehen Sie das Zitat anschließend abschnittsweise durch. Nutzen Sie dazu gerne den strukturierten Foliensatz im Material.

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler:

Erschließe das Zitat mittels folgender Leitfragen:

  • 1. Abschnitt: Michael Ende schreibt, dass eine Stunde sich wie eine Ewigkeit oder wie ein Augenblick anfühlen kann. Welche zwei Arten von Zeit werden hier unterschieden (messbare Zeit vs. gefühlte Zeit)? Wovon hängt es laut dem Zitat ab, wie wir Zeit wahrnehmen?

  • 2. Abschnitt: Was könnte der Autor eurer Ansicht nach mit dem Satz meinen: „Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen“? Welchen Wert bekommt Zeit durch diese Definition?”

Phase 3: Transfer im Plenum: Die Aktualität des Zitats erklären (ca. 3 Minuten)

Aktion der Lehrkraft: Schlagen Sie die Brücke von der fiktiven Geschichte zur Realität der Schülerinnen und Schüler. Nutzen Sie dafür gerne die Folie zum dritten Abschnitt des Zitats im Material als Ausgangspunkt!

Beispiele für strukturierende Nachfragen:

  • Wertfrage: Warum ist Zeit (in der Geschichte) so wertvoll, dass die Grauen Herren sie sogar stehlen wollen? Welchen Wert hat Zeit für euch persönlich?

  • Die modernen Zeitdiebe: Wenn wir an unseren Alltag denken: Wer oder was sind unsere „Grauen Herren“? Wer stiehlt uns unsere Zeit, vielleicht auch ohne dass wir es sofort merken?

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf den Doppelpfeil rechts oben im Vorschaubild, um es im Vollbildmodus zu öffnen.

Überleitung zur Weblektion

  • Wenn nicht bei Phase 3 schon geschehen: Lenken Sie den Fokus gezielt auf die Inhalte der Weblektion (Stichwort: “Aufmerksamkeit als Währung”).

    • Formulierungsvorschlag: Warum versuchen Apps oder soziale Netzwerke wohl, so viel wie möglich von unserer Zeit zu bekommen? Warum das so ist und was wir dagegen tun können, ist unter anderem Thema der heutigen Stunde. Nehmt eure Tablets, scannt den QR-Code auf eurem Arbeitsblatt und startet die Weblektion ‘4.1 - Zeitfresser in den Griff bekommen’.“

2 Weblektion

Die Schülerinnen und Schüler nutzen ihre mobilen Endgeräte, um die neuen Inhalte des Kapitels zu bearbeiten.

Lernen Sie die Weblektion selbst kennen!

Um Ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich begleiten zu können, empfiehlt es sich, die Weblektion im Vorfeld selbst zu absolvieren und sich mit allen Aufgaben vertraut zu machen.

Zur Weblektion

Über den QR-Code auf dem Arbeitsblatt, das Sie hier herunterladen können, gelangen Ihre Schülerinnen und Schüler zur Weblektion und setzen sich individuell mit dem Thema “Zeitfresser in den Griff bekommen” auseinander.

Wichtig: Da diese Einheit Übungen im Stil eines Escape-Games beinhaltet, sind einige Punkte besonders zu berücksichtigen. Falls Sie sich die “Hinweise zur Durchführung” noch nicht angesehen haben, finden Sie die wichtigsten Punkte hier nochmals zusammengefasst:

Escape-Game

Um sich am Ende dem “Endgegner” stellen zu können, ist es wichtig, dass die Lernenden alle interaktiven Aufgaben absolvieren, um die vier Codewörter zu finden. Sollten die Schülerinnen und Schüler ein Codewort nicht entdecken, können Sie ihnen folgende Hilfestellungen dazu geben:

Falle 1: Das Codewort lautet “Wissen” - es findet sich am Ende des Interactive Videos zu “Dark Patterns” nach erfolgreicher Absolvierung der Quizfragen.

Falle 2: Das Codewort lautet “Bewusstheit” - es findet sich in der letzten Aufgabe der Course-Presentation zu den Nutzungszeiten.

Falle 3: Das Codewort lautet “Vorfreude” - die Lernenden erhalten es nach erfolgreicher Lösung des Lückentextes.

Falle 4: Das Codewort lautet “Fokus” - es ist hinter dem Ausrufezeichen im Hotspot-Bild “Smartphonefreie Zonen in der Wohnung” beim Schreibtisch versteckt.

Zusätzlich gibt es einen Distraktor: An einer Stelle wird statt einem “Codewort” ein “Zauberwort” erwähnt.

Wichtig ist, dass die Lernenden die Codewörter in der richtigen Reihenfolge und mit korrekter Rechtschreibung eingeben.

Arbeitsblatt

Für diese Einheit gibt es ein dreiseitiges Arbeitsblatt, wobei die Seiten 1-2 essenziell für die Bearbeitung der Einheit sind. Das heißt, dass ihnen das Arbeitsblatt Seite 1-2 unbedingt zur Verfügung gestellt werden sollte. Wenn sie das Arbeitsblatt nicht haben, können die Lernenden die Aufgaben zur Falle 3 (“Nur Social Media im Kopf”) sowie die Checklisten-Fragen am Ende nicht vollständig bearbeiten. Die dritte Seite ist optional und dient zur Bearbeitung der Aufgaben “Für Schnelle und Neugierige”.

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es als Vollbild anzuzeigen.

3 Plenumsphase

Wählen Sie eine der folgenden Varianten für die Vertiefung der Inhalte der Weblektion im Klassenzimmer aus.

Variante 1

Dieses „Zeit-Experiment“ als Vertiefung fungiert als Transfer, um die theoretischen Erkenntnisse aus der Weblektion mit der eigenen, unmittelbaren Erfahrung von Zeit abzugleichen. Es werden zwei Versionen angeboten - je nachdem, ob Sie als Einstiegsimpuls „Zwei Minuten Stille” gewählt hatten oder nicht.

Hinweis für die Lehrkraft

Diesen Plenumsimpuls gibt es in zwei Versionen - je nachdem, ob Sie mit den Lernenden bereits zu Beginn das “Stille-Experiment” (Einstieg - Variante 1) durchgeführt haben oder nicht. Länge und benötigtes Material sind bei den beiden Varianten identisch.

I. Das Zeitexperiment (ohne Zwei Minuten Stille vor der Weblektion)

Das Ziel dieses Impulses in der Vertiefungsphase ist die Festigung der Fähigkeit zur Selbstbeobachtung. Die Lernenden sollen die in der Theorie erarbeiteten Mechanismen der Aufmerksamkeitsökonomie am eigenen Körper nachempfinden. Der Impuls endet mit dem Ziel der Ermächtigung: Die Schülerinnen und Schüler sollen erkennen, wie es sich anfühlt, Momente der Stille nicht sofort durch digitalen Konsum zu füllen, sondern die gewonnene Zeit als bewusste Pause wahrzunehmen, in der man vorangegangenen Input verarbeiten kann.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 5 Minuten

🛠️ zusätzlich benötigtes Material: analoger oder digitaler Timer

Phase 1: Zwei Minuten Stille (2 Minuten)

Leiten Sie ohne große Vorrede eine kurze Stille-Phase ein. Erklären Sie lediglich die Regeln: Die Lernenden sollen für genau zwei Minuten die Augen schließen oder den Blick senken, sich nicht unterhalten und versuchen, einfach nur wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht. Nutzen Sie einen Timer, der entweder für alle sichtbar ist oder nur für Sie sichtbar abläuft.

Phase 2: Reflexion im Plenum (2-3 Minuten)

Sammeln Sie direkt im Anschluss die Eindrücke der Lernenden.

Nutzen Sie bei Bedarf die folgenden Leitfragen, um den Kontrast zur vorangegangenen Mediennutzung und den Inhalten der Weblektion herauszuarbeiten:

  • “Wie lang sind dir die zwei Minuten vorgekommen? Gab es einen Moment der Ungeduld oder der Ruhe?”

  • Wenn sich die Zeit für einige besonders lang angefühlt hat: In der Weblektion ging es unter anderem um “Dark Patterns”. Warum schaffen es Social-Media-Plattformen, dass sich zwei Minuten wie zehn Sekunden anfühlen, während sich die Stille heute eher wie fünf/x Minuten anfühlte? Warum empfinden wir die „Leere“ oft als anstrengender als das Scrollen?

  • Um eine Diskussion anzuregen: In der Weblektion haben wir erfahren, wie Inhalte uns „fesseln“. Was ist deiner Ansicht nach wertvoller: Zwei Minuten, in denen man bei sich selbst ist, oder zwei Minuten, in denen man 20 fremde Clips angesehen hat, von denen man die meisten fast sofort wieder vergisst?

Abrundung

Führen Sie die Erkenntnisse im Hinblick auf die gesamte Einheit zusammen:

Beispielformulierung: „Wir haben heute (oder in dieser Einheit) erlebt: Zeit ist nicht gleich Zeit. Macht euch künftig immer wieder bewusst: Wenn die Zeit am Handy 'rast', seid ihr im Autopiloten. Die Stille erinnert uns daran, wie lang und wertvoll schon zwei Minuten sein können, wenn wir sie selbst gestalten oder als bewusste Pause nutzen.“

II. Das Zeitexperiment (mit Zwei Minuten Stille vor der Weblektion)

Das Ziel dieser Wiederholung ist eine Evaluation der Einstellungsänderung durch die Weblektion. Durch den direkten Vergleich der beiden Stille-Erfahrungen sollen die Lernenden erkennen, dass ihr Bewusstsein für den Wert von kurzen Phasen des Nichtstuns gewachsen ist. Die Stille wird nun als bewusst gewählte Gegenposition zum unbewussten, gewohnheitsmäßigen Griff zum Smartphone oder sonstiger Form der Ablenkung erfahrbar. Dieser Abschlussimpuls kann die Erkenntnis festigen, dass das Aushalten von Leerlaufzeiten eine wichtige Kompetenz ist, um sich gegen digitale Zeitfresser zu wappnen und unserem Gehirn notwendige Pausen für die weitergehende Verarbeitung von Inhalten zuzugestehen.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 5 Minuten

🛠️ zusätzlich benötigtes Material: analoger oder digitaler Timer

Phase 1: Zwei Minuten Stille (2 Minuten)

Leiten Sie die Stille-Phase ein, genau wie zu Beginn der Einheit. Die Regeln bleiben identisch: Zwei Minuten Stille, Augen zu oder Blick gesenkt, kein Handy, keine Unterhaltung.

Besonderer Fokus: Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, diesmal darauf zu achten, ob sie die Stille nach all dem Gelernten anders bewerten als beim ersten Mal.

Phase 2: Reflexion im Plenum - Was hat sich verändert? (2 Minuten)

Sammeln Sie die Eindrücke im direkten Vergleich zum ersten Experiment am Anfang der Einheit.

Strukturierende Nachfragen für den Vergleich:

  • Der Vorher-Nachher-Check: Wie hat sich die Zeit in Stille im Vergleich zum Anfang der Stunde angefühlt? War es diesmal einfacher oder schwieriger, die „Leere“ auszuhalten?

  • Wahrnehmung von „Leere“: Wer von euch hat die Stille jetzt eher als „Pause für den Kopf“ wahrgenommen statt als „verlorene Zeit“ oder Langeweile? Wie kann dir diese Erkenntnis im Hinblick auf deine Social-Media-Nutzung helfen?

Abrundung

Bündeln Sie die Erkenntnisse als Schlusswort.

Beispielformulierung: „Beim ersten Mal war die kurze Stillepause vielleicht ungewohnt. Jetzt weißt du: Diese 2×2 Minuten Pause von heute gehören nur dir. Während Apps alles tun, um unser Zeitgefühl zu verzerren, hast du gerade erfahren, dass du jederzeit die Stopp-Taste drücken kannst. Nimm dieses Gefühl der Kontrolle mit in deinen Alltag.“

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler

Schließe für zwei Minuten die Augen oder senke deinen Blick! Unterhalte dich nicht! Versuche, einfach still zu sitzen und wahrzunehmen, wie die Zeit vergeht!

Beschreibe danach deine Erfahrungen!

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

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Variante 2

Nachdem die Lernenden Social Media als Zeitfresser entlarvt haben, macht dieser Vertiefungsimpuls das abstrakte Konzept der Zeitersparnis greifbar. Es wird sichtbar, welche persönlichen Projekte durch eine minimale tägliche Umverteilung der Medienzeit realisierbar werden, für die man (vermeintlich) nie Zeit hat.

Hinweis für die Lehrkraft

Diese Einheit ist eine Möglichkeit, das digitale Wortwolken-Tool “Mootimeter” der ByCS-Lernplattform auszuprobieren. Eine Anleitung dazu finden Sie hier:

Die Wortwolke kann aber auch entweder an der Tafel oder auf DIN-A3-Papier erstellt werden.

Das Ziel dieses Impulses ist der Transfer von der Theorie in den Alltag. Nachdem die Lernenden ihre Zeitfresser identifiziert haben, wird ihnen hier die positive Kehrseite aufgezeigt: Zeitersparnis ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn an Handlungsspielraum. Die Lernenden entwickeln konkrete Alternativen zum passiven Social-Media-Konsum und setzen sich ein individuelles Ziel, wodurch die Unterrichtseinheit mit einem positiven, zukunftsorientierten Ausblick endet.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 15 Minuten

🛠️ zusätzlich benötigtes Material (optional): DIN-A3-Papier oder ein Wortwolken-Tool, z. B. Mootimeter (ByCS)

Phase 0: Einstieg mit Schätzfrage (2 Minuten)

Präsentieren Sie zuerst diese Rechnung als Schätzfrage.

- 30 min. Social Media/Tag = X Tage/Jahr

Nutzen Sie dafür gern die Folien im Material (s. unten).

Lassen Sie die Lernenden kurz schätzen und lösen Sie schließlich auf: 30 Minuten weniger Social Media pro Tag sind ca. 15 Tage Zeitgewinn pro Jahr.

Phase 1: Zeitguthaben umwidmen - Ideen sammeln (8 Minuten)

Bilden Sie Kleingruppen von drei bis vier Lernenden.

Leiten Sie die Erarbeitungsphase beispielsweise wie folgt ein: „Wir haben in der Weblektion am Beispiel von Felix gelernt, wie uns die Zeitdiebe die Minuten stehlen. Wenn wir täglich nur 30 Minuten davon zurückerobern, bekommen wir in einem Jahr über zwei Wochen Lebenszeit zurück. Was würdet ihr mit diesem 'Zeit-Guthaben' anfangen? Was kann man in 15 Tagen reiner Zeit (Tag und Nacht) Sinnvolles lernen oder erleben? Denkt zum Beispiel an Instrumente, Sportarten, Sprachen oder Erlebnisse mit Freunden und der Familie. Falls du kein Social Media benutzt: Welche deiner Offline-Tätigkeiten würdest du dafür nie vernachlässigen?“

Sichern Sie die Ergebnisse entweder an der (digitalen) Tafel, indem eine Person pro Gruppe nach vorne kommt und diese dort notiert, gruppenweise auf DIN-A3-Papier in analogen Wortwolken oder kollektiv in einer interaktiven Wortwolke, beispielsweise mittels Mootimeter (ByCS).

Phase 2: Transfer in Einzelarbeit - Individuelles Ziel setzen (5 Minuten)

Mögliche Reflexionsfragen zum Abschluss: Wie fühlt es sich an, deine Zeit nicht zu „verlieren“, sondern sie aktiv in etwas zu „investieren“, das dich weiterbringt und dir Freude bereitet?

Ausgehend von der Ideensammlung in der Wortwolke formuliert jeder Lernende für sich abschließend ein konkretes Ziel für die „Umwidmung oder Verteidigung“ seiner Zeitersparnis und notiert diese in sein/ihr Heft.

Abrundung

Als weiterführenden Impuls können Sie den Lernenden noch folgende Idee mitgeben: “Lege dir ein tatsächliches Zeitsparbuch, d.h. ein kleines Heft an, in dem du deine auf Social Media oder auch bei sonstigen Aktivitäten eingesparte Zeit einträgst und umwidmest für etwas, das dir wirklich wichtig ist.”

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

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Variante 3

In diesem Vertiefungsimpuls entwickeln die Lernenden kreative Strategien, um den Lockrufen ihrer Smartphones Steine in den Weg zu legen. Dabei sollen humorvolle und praktische Lösungen entstehen, die den Reiz des „ständigen Checkens” brechen und die Autonomie der Jugendlichen stärken, indem sie die Smartphonenutzung für sich so unattraktiv wie möglich gestalten.

Das Ziel dieses Impulses ist die Förderung der Handlungskompetenz. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, dass sie ihrer Umgebung nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern schon durch kleine Änderungen in ihrem Alltag („Hindernisse einbauen“) ihr eigenes Verhalten steuern können. Diese Methode wird unter anderem auch von Mediensuchtexperten als wirksame Präventionsstrategie empfohlen. Durch den spielerischen, humorvollen Zugang wird das Smartphone entmystifiziert und der soziale Druck, immer „on“ zu sein, gemildert. Die Erkenntnis, dass viele vor derselben Herausforderung stehen, kann eine Verbundenheit schaffen, die es einfacher macht, neue Gewohnheiten im Klassenverband oder Freundeskreis zu etablieren.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 30-60 Minuten, je nach Präsentationsart am Ende

🛠️ zusätzlich benötigtes Material: Plakate oder eine digitale Präsentationssoftware

Phase 1: Erarbeitung von Ideen und Maßnahmen in Kleingruppen (20 Minuten)

Aktionen der Lehrkraft: Bilden Sie Gruppen von drei bis vier Lernenden. Nennen und erklären Sie den Arbeitsauftrag:

„In der Weblektion habt ihr gelernt: Social-Media-Apps sind darauf programmiert, es euch so einfach wie möglich zu machen, Zeit zu verlieren. Heute drehen wir den Spieß um! Eure Mission ist es, die Nutzung eures Smartphones so richtig unkomfortabel, hässlich oder umständlich zu machen, damit es euch leichter fällt, die Kontrolle über eure Nutzungszeiten zu behalten. Seid dabei kreativ, aber bleibt realistisch.“

Nutzen Sie dazu gern den Foliensatz aus dem Material (s. u.), indem Sie das geplante Vorgehen und die Arbeitsaufträge im Klassenzimmer präsentieren!

Aktion der Schülerinnen und Schüler: Die Lernenden entwickeln in den Kleingruppen kreative, aber realistische Maßnahmen oder eine kleine Mini-Kampagne unter dem Titel “Social Media - ach nö!”

Gegebenenfalls ist eine Klärung des Begriffs “Kampagne” nötig. Auch dazu finden Sie eine erläuternde Folie im Material.

Folgende Ideen sind zu erwarten bzw. könnten durch die Lehrkraft sokratisch angeregt werden:

  • Digital: Sperrbildschirm-Bilder mit Fragen wie „Willst du das wirklich?“, Apps auf die hinterste Seite verschieben, Display auf Schwarz-Weiß stellen…

  • Analog: Die „hässlichste Handyhülle der Welt“ entwerfen, das Smartphone tief in der Schultasche in einer hässlichen Socke vergraben…

  • Sozial: Einen „Handy-Safe“ für die Familie basteln oder Challenges erfinden (z. B. „Wer zuerst sein Smartphone herausholt, zahlt das nächste Eis“).

Phase 2: Präsentation (> 10 Minuten)

Die Teams präsentieren ihre Ergebnisse (z. B. auf analogen oder digitalen Plakaten oder (im Kunstunterricht) vielleicht sogar als Prototypen). Je nachdem, wie ausführlich Sie diese Phase gestalten, verlängert sich die Zeit für die Durchführung dieses Vertiefungsimpulses. Von einer einfachen Blitzlicht-Abfrage (ca. 5 min.), über einen Gallery-Walk (5-10 min.) bis hin zu einer mündlichen Kurzpräsentation (ca. 3-5 min. pro Gruppe) ist alles möglich.

Zur Methode “Gallery Walk” finden Sie eine Anleitung mit Präsentationsfolie im Material.

Abrundung

Wichtig ist ein Abschluss-Check: Welche der entwickelten Ideen ist die effektivste? Welche ist die lustigste? Welche lässt sich ab morgen sofort umsetzen? Die Klasse entscheidet.

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf den Doppelpfeil rechts oben im Vorschaubild, um es im Vollbildmodus anzuzeigen!

4 Vertiefung und Fortbildung

Hier finden Sie Links zur inhaltlichen Vertiefung der Themen aus dem Kapitel sowie zu passenden Fortbildungsangeboten, die Sie auch bei der Vorbereitung unterstützen können.

Zu beiden Projekten werden auch Multiplikatoren-Schulungen angeboten. Die Informationen dazu erhalten Sie auf den jeweiligen Websites.

5 Materialpaket zum Download

Laden Sie sich hier alle Materialien dieses Kapitels herunter.
Das Paket umfasst die Präsentation, alle Arbeitsblätter und alle H5P-Dateien.

Das vollständige Materialpaket steht Ihnen in Kürze zur Verfügung.

Hinweis: Wenn Sie die Materialien anpassen oder ergänzen, ist dies kenntlich zu machen.

Verwenden Sie dazu folgende Formulierung: „CC-BY-SA 4.0 ISB (München) - angepasst durch [Vorname] [Nachname]”

6 Ihr Feedback zu diesem Kapitel

Helfen Sie uns, mit Ihrer Rückmeldung den Social-Media-Kompass 5-8 zu verbessern!

Wir freuen uns auf Ihre Anmerkungen zum Material sowie Ihre Erfahrungen bei der Durchführung im Unterricht.

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