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3.2 Filterblasen und Echokammern?!

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In diesem Kapitel setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Folgen algorithmischer Empfehlungssysteme auseinander. Sie untersuchen, wie personalisierte Inhalte durch Algorithmen ausgewählt und verstärkt werden und wie dadurch Filterblasen entstehen, in denen vor allem vertraute Themen und Meinungen erscheinen. Aufbauend darauf erarbeiten sie, was unter Echokammern zu verstehen ist und wie sich dort bestimmte Sichtweisen wiederholen und verfestigen können und setzen sich mit möglichen gesellschaftspolitischen Folgen auseinander. Lernen sie konkrete Strategien kennen, um Informationsvielfalt aktiv zu fördern, beispielsweise durch bewussten Quellenwechsel, Perspektivwechsel und ein reflektiertes Medienhandeln.

Inhalte des Kapitels:

  • Was sehe ich, was nicht?  Entstehung von Filterblasen, Folgen von Empfehlungsalgorithmen (positiv wie negativ)

  • Was sind Echokammern und wie wirken diese? Prinzip von Echokammern, individuelle und gesellschaftliche Auswirkungen

  • Wie entkomme ich Filterblasen und Echokammern? Selbstreflexion des Nutzungsverhalten, Tipps/Handlungsanweisungen

Kompetenzerwartungen 

Die Schülerinnen und Schüler…

  • erklären die Begriffe Filterblase und Echokammer und beschreiben, wie sie durch Algorithmen entstehen.

  • bewerten Chancen und Risiken personalisierter Inhalte für Wahrnehmung und Meinungsbildung.

  • reflektieren, wie Filterblasen und Echokammern den gesellschaftlichen Diskurs beeinflussen können.

  • lernen Strategien kennen, um aktiv Informationsvielfalt zu fördern (z. B. Quellenwechsel, Perspektivwechsel, bewusstes Medienverhalten).

Fachliche Anknüpfungspunkte im LehrplanPLUS

Die Thematik des Kapitels bietet Anknüpfungspunkte im Rahmen der Verfassungsviertelstunde. Hier lassen sich direkte Bezüge zur demokratischen Meinungsbildung, der Rolle von Medien in einer pluralistischen Gesellschaft und den Herausforderungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt herstellen. Zudem ergeben sich fächerübergreifende Synergien mit dem Fach Deutsch im Bereich der Argumentation und dem kritischen Umgang mit medialen Texten.

⏱️ Planen Sie für die Bearbeitung des gesamten Kapitels ca. 45-90 Min. (je nach gewählter Plenum-Variante) ein. Die reine Bearbeitungsdauer der Weblektion beansprucht ca. 15–20 Minuten.

Das Thema Algorithmen wird auch im Modul 2 des KI-Kompasses bearbeitet. Dieses Modul eignet sich besonders, wenn Sie sich gemeinsam mit Ihrer Klasse vertieft mit der Funktionsweise von Empfehlungsalgorithmen auseinandersetzen möchten.

ℹ️ Hinweis

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, stellen Sie sicher, dass die mobilen Endgeräte der Schülerinnen und Schüler mit dem WLAN der Schule verbunden sind und über eine funktionierende Scan-Funktion für den QR-Code auf dem Arbeitsblatt verfügen.

💡 Tipp

Wenn Sie Leihgeräte verwenden, verteilen Sie diese erst, nachdem Sie die Arbeitsblätter mit den QR-Codes ausgeteilt und den Einstieg beendet haben. Da die digitale Erarbeitungsphase am Tablet ein individuelles Arbeitstempo ermöglicht, verweisen Sie schnellere Lernende konsequent auf den Abschnitt „Für Schnelle & Neugierige“ am Ende der Weblektion. So überbrücken Sie Geschwindigkeitsunterschiede und ermöglichen einen gemeinsamen, fokussierten Start in die anschließende Plenumsphase.

1 Einstieg

Wählen Sie einen der folgenden Impulse für den Einstieg in das Kapitel aus.

Impuls 1

Dieser Einstieg macht sichtbar, dass die Schülerinnen und Schüler bereits Erfahrungen zum Thema “Empfehlungsalgorithmen” haben, auch wenn sie kein Social Media nutzen. Über Empfehlungen auf Video-Streaming-Plattformen wird das Thema “Filtern nach persönlichen Interessen” aufgegriffen. Ein zentraler Inhalt der Weblektion.

Dieser Einstieg macht sichtbar, dass die Schülerinnen und Schüler bereits Erfahrungen zum Thema “Empfehlungsalgorithmen” haben, auch wenn sie kein Social Media nutzen. Über Empfehlungen auf Video-Streaming-Plattformen wird das Thema “Filtern nach persönlichen Interessen” aufgegriffen. Ein zentraler Inhalt der Weblektion.

⏱️ Gesamtdauer: 5 Minuten

Phase 1: Medienunterstützter Impuls (2 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft: Öffnen Sie die Folie (Material siehe unten) und klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Modus an der Tafel/dem Beamer anzuzeigen.

  • Aufforderung an die Klasse: Richten Sie den Blick der Schülerinnen und Schüler auf die Überschrift „Wer kennt das?“ und die vorgeschlagenen Katzenvideos auf der abgebildeten Plattform „OurTube“.

Phase 2: Interaktive Aktivierung / Stimmungsbild (2 Minuten)

  • Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler:

    • „Schaut euch die Startseite auf der Folie an. Wer von euch hat schon einmal erlebt, dass eine Plattform genau solche Vorschläge macht, weil ihr vorher ähnliche Videos geschaut habt?“

  • Methode (Handzeichen): Bitten Sie die Klasse um eine schnelle, stumme Rückmeldung per Handzeichen:

    👍 = Kenne ich (Das passiert mir ständig bei YouTube, TikTok, Netflix und Co.)

    👎 = Kenne ich nicht / Ist mir noch nie aufgefallen

Hinweis: Schreiben Sie das Ergebnis an die Tafel für eine kurze, prägnante Rückmeldung (z. B. „Wie ich sehe, geht das fast der gesamten Klasse so...“), um die Alltagsrelevanz sofort zu unterstreichen.

Phase 3: Problemorientierte Überleitung (1 Minute)

  • Aktion der Lehrkraft: Leiten Sie nun logisch zur eigentlichen Weblektion und dem Kernproblem über.

  • Formulierungsvorschlag:

    „Auf Video-Streaming-Plattformen finden wir diese Vorschläge meistens praktisch, weil wir schnell neue Videos finden, die uns gefallen. Aber genau dieselben Mechanismen – sogenannte Empfehlungsalgorithmen – steuern im Hintergrund auch unsere Feeds auf Social Media. In dieser Weblektion finden wir heraus, wie diese Filter funktionieren und warum das manchmal sogar gefährlich sein kann, wenn uns nur noch eine einzige Meinung gezeigt wird.“

  • Starten Sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Bearbeitung der Weblektion.

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler

Reagiere mit Handzeichen:

  • 👍 = kenne ich

  • 👎 = kenne ich nicht

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen.

Impuls 2

Dieser Einstieg greift das Thema Meinungsbildung auf und zeigt anhand einer bekannten optischen Täuschung, dass Menschen zu demselben Thema völlig unterschiedliche Haltungen haben können und davon überzeugt sind, dass ihre Sicht die „richtige“ ist.

Dieser Einstieg greift das Thema Meinungsbildung auf und zeigt anhand einer bekannten optischen Täuschung, dass Menschen zu demselben Thema völlig unterschiedliche Haltungen haben können und davon überzeugt sind, dass ihre Sicht die „richtige“ ist.

⏱️Gesamtdauer: ca. 10 Minuten

Phase 1: Medienimpuls & Partnerarbeit (5 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft: Öffnen Sie die Folie (siehe Material unten) im Vollbild-Modus. Richten Sie den Blick der Klasse auf das Bild im Zentrum (Mila sieht eine Ente, Felix einen Hasen).

  • Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler (Think-Pair-Share):

    1. Think (1 Min.): „Schaut euch die Sprechblasen und das Bild genau an. Denkt kurz alleine nach: Wie kann es sein, dass beide Jugendliche so absolut von ihrer eigenen Meinung überzeugt sind?“

    2. Pair (3 Min.): „Tauscht euch nun kurz mit eurer Sitznachbarin oder eurem Sitznachrn aus und sammelt gemeinsam Gründe.“

Phase 2: Plenumsdiskussion & Meinungsbild (4 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft (Sammeln): Lassen Sie 3–4 Paare ihre Antworten im Plenum kurz vorstellen.

  • Aktion der Lehrkraft (Stimmungsbild per Handzeichen):

    • „Wer von euch hat im ersten Moment auch sofort den Hasen gesehen? Einmal die Hand hoch!“ 👍

    • „Und wer hat sofort die Ente erkannt?“ 👍

  • Zielsatz zur impliziten Erkenntnis: Führen Sie die Antworten der Schülerinnen und Schüler kurz auf den Punkt:

    „Wir halten fest: Unsere Wahrnehmung ist nicht neutral. Welche Sichtweise wir haben, hängt ganz stark davon ab, worauf wir zuerst blicken oder welche Erfahrung wir mitbringen. Manche Dinge lassen eben keine eindeutige Wahrheit zu – obwohl wir fest daran glauben.“

Phase 3: Problemorientierte Überleitung (1 Minute)

  • Formulierungsvorschlag für die Lehrkraft:

    „Genau dieses Phänomen erleben wir tagtäglich im Netz: Welche Ansicht man zu einem bestimmten Thema hat, wird vor allem in Social Media durch die Inhalte bestimmt, die einem im eigenen Feed angezeigt werden. Wer auf InstaClone immer nur die eine Seite der Medaille sieht, glaubt irgendwann: 'Das sieht doch jeder so!'. Wie diese Inhalte den Weg gezielt zu dir finden und welche Auswirkungen diese Filterung hat, erfährst du jetzt in der Weblektion.“

  • Starten Sie gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern die Bearbeitung der Weblektion.

Arbeitsauftrag für die Schülerinnen und Schüler

Denkt kurz alleine nach:

Wie kann es sein, dass beide so überzeugt sind?

Tauscht euch anschließend kurz mit eurer Sitznachbarin/eurem Sitznachbarn aus.

Arbeitsaufrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen.

2 Weblektion

Die Schülerinnen und Schüler nutzen ihre mobilen Endgeräte, um die neuen Inhalte des Kapitels zu bearbeiten.

Lernen Sie die Weblektion selbst kennen!

Um Ihre Schülerinnen und Schüler bestmöglich begleiten zu können, empfiehlt es sich, die Weblektion im Vorfeld selbst zu absolvieren und sich mit allen Aufgaben vertraut zu machen.

Zur Weblektion

Über den QR-Code auf dem Arbeitsblatt, das Sie hier herunterladen können, gelangen Ihre Schülerinnen und Schüler zur Weblektion und setzen sich individuell mit dem Thema “Filterblasen und Echokammern?!” auseinander.

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es als Vollbild anzuzeigen.

3 Plenumsphase

Wählen Sie eine der folgenden Varianten für die Vertiefung der Inhalte der Weblektion im Klassenzimmer aus.

Variante 1

Die Klasse schlüpft in die Rolle von Detektiven. Anhand lebensnaher Szenarien analysieren die Lernenden, ob sich fiktive Personen bereits in einer Filterblase befinden.

In dieser Variante liegt der Fokus auf der Analyse von Alltagssituationen. Die Schülerinnen und Schüler müssen die Inhalte aus der Weblektion auf konkrete Beispiele übertragen und ihre Entscheidung begründen. Dazu schlüpfen sie in die Rolle von Detektiven. Anhand lebensnaher Szenarien analysieren die Lernenden, ob sich fiktive Personen bereits in einer Filterblase befinden.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 10 Minuten

Phase 1: Die Ermittlung

Die Lehrkraft zeigt nacheinander vier Fallbeispiele. Die Lernenden geben nach jedem Fall ihr Urteil per Handzeichen ab:

  • 👍 = Filterblase/Echokammer erkannt!

  • 👎 = Keine Filterblase – Alles okay.

  • 🤷 = Schwer zu sagen

Fallbeispiele:

  1. Lukas schaut sich gerne Minecraft-Videos an. Seit kurzem schlägt ihm YouTube ausschließlich Minecraft-Tipps vor. Als er für die Schule nach einem Video zum Klimawandel suchen will, muss er sehr weit nach unten scrollen, um etwas zu finden, das kein Gaming-Video ist.

  2. In Sophies Klasse gibt es Streit über das Verbot von Energydrinks an der Schule. Sophie ist der Meinung, dass das Verbot richtig ist. In ihrem TikTok-Feed findet sie viele Videos, die erklären, warum solche Verbote sinnvoll sind. Die Kommentare darunter geben ihr auch alle recht.

  3. Elias interessiert sich für Fußball. Sein Feed ist immer voll mit Ergebnissen. Manchmal klickt er bewusst auf die Nachrichten-App oder sucht nach anderen interessanten Themen wie Weltraumforschung, um mehr darüber zu erfahren.

  4. Amelie hat im Unterricht gelernt, was Filterblasen sind. Das will sie auf keinen Fall! Deshalb klickt sie jetzt jeden Tag absichtlich auf ein Video, das sie eigentlich gar nicht interessiert – zum Beispiel über ‚Angeln‘, obwohl sie Fische langweilig findet. Sie schaut das Video kurz an und klickt dann schnell wieder weg zu ihren geliebten Anime-Serien. Trotzdem besteht ihr Feed weiterhin fast nur aus Animes und kein bisschen aus Angeln.

Phase 2: Die Beweisaufnahme

Nach jedem Fallzeichen bittet die Lehrkraft einzelne „Detektive“ um ihre Begründung:

1. Fall Lukas (Hobby-Blase)

  • „Woran hast du erkannt, dass Lukas in einer Filterblase steckt?“

    Lösung: An der Einseitigkeit und der Verdrängung. Der Algorithmus priorisiert die (vermuteten) Interessen so stark, dass andere wichtige Themen (Klimawandel) aktiv „nach unten“ sortiert oder ausgeblendet werden.

2. Fall Sophie (Echokammer)

  • „Warum ist Sophies Situation gefährlicher als die von Lukas?“

    Lösung: Weil es um Meinungsbildung statt um Unterhaltung geht. Während Lukas nur Gaming-Infos verpasst, bekommt Sophie das Gefühl, ihre Meinung sei die einzig existierende („Echokammer“). Das führt zu Intoleranz gegenüber anderen Argumenten.

3. Fall Elias (Aktive Steuerung)

  • „Was macht Elias anders als die anderen?“

    Lösung: Elias betreibt aktives Informationsmanagement. Er verlässt sich nicht passiv auf den Feed (Pull-Prinzip), sondern nutzt gezielt die Suche und externe Apps (Push-Prinzip), um dem Algorithmus bewusst andere Signale zu senden.

4. Fall Amelie (Algorithmus-Logik)

  • „Warum findet Amelie den Weg aus ihrer Blase nicht?“

    Lösung: Wegen der Watch-Time. Algorithmen bewerten nicht nur was man klickt, sondern wie langeman bleibt. Da sie das Angel-Video sofort wegklickt, wertet das System dies als Desinteresse. Die echten Interessen (Anime) bleiben durch die lange Verweildauer das stärkere Signal.

Phase 3: Fazit für den Alltag

Fassen Sie die Ergebnisse im Plenum zusammen. Nehmen Sie folgende Kernpunkte auf:

  • Interessen vs. Meinungen: Filterblasen bei Hobbys (Gaming) sind oft nur nervig; bei Meinungen (Echokammern) können sie unser Weltbild verzerren.

  • Eigenverantwortung: Wir können den Algorithmus durch unser Suchverhalten beeinflussen (wie Elias).

Arbeitsauftrag für Schülerinnen und Schüler

Lehrkraft: „Habt ihr euch alles Wichtige gemerkt? Beantwortet die folgenden Fragen jeweils mit einem Handzeichen!'”

  • 👍 = Filterblase/Echokammer erkannt!

  • 👎 = Keine Filterblase – Alles okay.

  • 🤷 = Schwer zu sagen

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf die Pfeiltasten, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen.

Variante 2

Durch Bewegung im Raum setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem eigenen Medienverhalten auseinander. Sie erkennen, dass Feeds unterschiedlich erlebt werden und hinterfragen, ob ihr eigener Feed ein vollständiges Bild zeigt.

Durch Bewegung im Raum setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihrem eigenen Medienverhalten auseinander. Sie erkennen, dass Feeds unterschiedlich erlebt werden und hinterfragen, ob ihr eigener Feed ein vollständiges Bild zeigt. Danach beurteilen sie die daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen. Empfohlen für ältere Lernende, die bereits über eigene Erfahrungen bei der Nutzung von Social Media verfügen.

⏱️ Gesamtdauer: ca. 15 Minuten

Phase 1: Positionieren (5 Minuten)

Die Lehrkraft liest nacheinander die Aussagen vor.
Nach jeder Aussage positionieren sich die Schülerinnen und Schüler auf der Positionslinie im Raum. 

Beispiel-Aussagen:

  • „Mein Feed zeigt mir alles, was wichtig ist.“

  • „Ich entdecke oft neue Themen.“

  • „Ich sehe meistens ähnliche Inhalte.“

  • „Mein Feed passt gut zu mir.“

  • „Ich verpasse wahrscheinlich auch etwas.“

  • „Ich denke manchmal: Alle sehen das so wie ich.“

💡 Tipp

Bei großen Klassen kann es sinnvoll sein, die Positionsline auf dem Gang statt im Klassenzimmer durchzuführen

Phase 2: Auswertung (3 Minuten)

Nach einzelnen Aussagen (nicht allen!) werden gezielt Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Positionen auf der Linie befragt:

  • „Warum stehst du hier?“

  • „Wer steht bewusst ganz woanders? Warum ist das so?“

  • „Was unterscheidet eure Erfahrungen?“

Phase 3: Austausch und Diskussion (7 Minuten)

Ziel: Vom individuellen Feed („Meine Welt“) zu den Folgen für die Gemeinschaft überleiten.

1. Fazit der Positionslinie (1–2 Min.)

  • Impuls der Lehrkraft: „Ihr habt gezeigt: Feeds sind extrem unterschiedlich. Weil sie sich vertraut anfühlen, halten wir sie schnell für die 'gesamte Realität' – dabei sind sie nur ein maßgeschneiderter Ausschnitt.“

2. Blitzlicht-Diskussion zu gesellschaftlichen Folgen (4–5 Min.)

Stellen Sie kurz zwei dieser Fragen in den Raum:

  • Spaltung: „Wenn jeder nur noch sieht, was ihn interessiert – worüber unterhalten wir uns dann noch als Gesellschaft?“

    • Erkenntnis: Verlust einer gemeinsamen Gesprächsgrundlage.

  • Unverständnis: „Was passiert mit unserer Toleranz, wenn mein Feed mir das Gefühl gibt, dass sowieso alle meine Meinung teilen?“

    • Erkenntnis: Radikalisierung und Unverständnis für andere Sichtweisen (Echokammer).

  • Demokratie: „Warum wird es in einer Demokratie schwerer, Kompromisse zu finden, wenn Algorithmen uns in Filterblasen stecken?“

    • Erkenntnis: Diskussionen werden extremer, Gemeinsamkeiten gehen verloren.

Arbeitsauftrag für die SuS

Im Raum ist eine Linie markiert:

  • links: „trifft gar nicht zu“

  • rechts: „trifft total zu“

Stelle dich zu jeder Aussage an die Stelle, die am besten zu dir passt.

Arbeitauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Mouds anzuzeigen.

Arbeitsauftrag Positionslinie

Variante 3

„Raus aus der Bubble!“: Hier bewerten die Schülerinnen und Schüler Tipps und Handlungsanweisungen und erstellen ein Lernprodukt zum Thema „Wie man Filterblasen und Echokammern entkommt!”

In dieser handlungs- und produktorientierten Variante setzen sich die Lernenden intensiv mit der Wirkungsweise von Filterblasen und Echokammern auseinander, indem eigene Tipps und Handlungsanweisungen entwickeln und ein weitergebbares (digitales) Produkt erstellen.

⏱️ Gesamtdauer: min. 45 Minuten (je nach gewähltem Produkt bzw. der zur verfügungstehenden Ausstattung an Hard- und Software ist auch mehr Zeit empfehlenswert)

Phase 1: Einstieg & Medienimpuls (5 Minuten)

Meme Fleisch vs. Vegan
  • Aktion der Lehrkraft: Öffnen Sie das Meme zum Konfliktthema „Fleisch vs. Vegan“. Klicken Sie dazu auf das Bild, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen.

  • Diskussions-Impuls im Plenum:

    „Schaut euch die beiden Parteien im Meme an. Warum beharren beide so extrem auf ihrem Standpunkt und blocken die Gegenseite komplett ab?“

  • Erkenntnis-Ziel: Die Feeds beider Personen sind so voreingestellt, dass sie gegenseitiges Verständnis gar nicht mehr zulassen.

  • Überleitung: „Damit uns das nicht passiert, werdet ihr jetzt selbst zu Experten und zeigt anderen, wie man diesen Blasen entkommt.“

Phase 2: Gruppenarbeit & Produktphase (25–30 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft: Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen ein und geben Sie die Materialien für das geplante Lernprodukt, z. B. (digitales) Plakat, Podcast oder Erklärvideo, aus.

  • Erteilen Sie den Arbeitsauftrag zur Erstellung der Lernprodukte (siehe unten).

Phase 3: Präsentation & Würdigung (min. 15 Minuten)

  • Aktion der Lehrkraft: Lassen Sie ausgewählte Gruppen (oder im Galeriegang) ihre Ergebnisse präsentieren.

  • Fokus bei der Vorstellung: Die Schülerinnen und Schüler sollten kurz begründen: Warum genau diese 3 Tipps? Warum diese Beispiele?

  • Abschluss durch die Lehrkraft:

    „Ihr habt heute tolle Werkzeuge erarbeitet. Der wichtigste Schritt raus aus der Filterblase beginnt im Kopf: zu wissen, dass der eigene Feed nicht die ganze Welt ist. Nutzt eure eigenen Tipps ab heute beim Scrollen auf Social Media!“

Arbeitsauftrag für Schülerinnen und Schüler

  1. Bewerten & Ranken: Welche Tipps helfen wirklich gegen Echokammern? Erstellt eure Top 3.

  2. Produzieren: Erstellt euer [Plakat] mit dem Titel „Wie man Filterblasen und Echokammern entkommt!“.

  3. Inhalt sichern: Euer Produkt muss eine kurze Einleitung, die Top-3-Tipps mit Alltagsbeispielen und visuelle Elemente (Symbole/Farben) enthalten.

  4. Ergebnisse vorstellen: Stellt euer [Plakat] vor und begründet, warum ihr euch für die Tipps und Beispiele entschieden habt.

Arbeitsauftrag fürs Klassenzimmer

Klicken Sie auf das Vorschaubild, um es im Vollbild-Modus anzuzeigen.

4 Vertiefung und Fortbildung

Hier finden Sie Links zur inhaltlichen Vertiefung der Themen aus dem Kapitel sowie zu passenden Fortbildungsangeboten, die Sie auch bei der Vorbereitung unterstützen können.

Selbstlernkurs

Umfangreiche Hintergrundinformationen finden Sie im Selbstlernkurs “Was Algorithmen und KI in Social Media machen” der ALP.

5 Materialpaket zum Download

Laden Sie sich hier alle Materialen dieses Kapitels herunter.
Das Paket umfasst die Präsentation, alle Arbeitsblätter und alle H5P-Dateien.

Hinweis: Wenn Sie die Materialien anpassen oder ergänzen, ist dies kenntlich zu machen.

Verwenden Sie dazu folgende Formulierung: „CC-BY-SA ISB (München) - angepasst durch [Vorname] [Nachname]”

6 Ihr Feedback zu diesem Kapitel

Helfen Sie uns, mit Ihrer Rückmeldung den Social-Media-Kompass 5-8 zu verbessern!

Wir freuen uns auf Ihre Anmerkungen zum Material sowie Ihre Erfahrungen bei der Durchführung im Unterricht.

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