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2.1 Selbstdarstellung auf Social Media

1 Einführung

Mila und Felix sitzen morgens im Bus. Mila hält Felix ihr Smartphone hin. Auf dem Display sind zwei Fotos von ihr zu sehen.

„Felix, schau mal kurz. Welches von den beiden soll ich als neues Profilbild für meinen Messenger nehmen?“, fragt Mila.

Felix beugt sich rüber und vergleicht die Bilder. Er antwortet: „Nimm das linke. Wer ist das auf dem rechten Bild? Das sieht aus wie eine KI-Version von dir.“

Mila verdreht die Augen: „Das bin auch ich, nur mit dem Filter von der App. Ist das echt zu viel? Irgendwie haben online fast alle immer so komplett makellose Haut.“

Felix schaut nochmal genauer hin: „Auf dem rechten Bild fehlen dir ja fast die Gesichtszüge, weil alles weichgezeichnet ist. Das wirkt total künstlich. Nimm das echte.“

Mila seufzt und schließt die App: „Vielleicht hast du recht. Aber es nervt voll. Man fühlt sich total unter Druck gesetzt, wenn online alle immer so perfekt aussehen.“

Woran lässt sich erkennen, ob Bilder echt oder bearbeitet sind? Warum inszenieren sich so viele Profile im Netz künstlich und welche Risiken bringt dieser Druck, perfekt sein zu müssen, mit sich? Das erfährst du in diesem Kapitel!

2 Vorher und Nachher: Wie Bilder bearbeitet werden

Hinter einem makellosen Bild steckt oft mehr als nur ein kurzer Schnappschuss. Mila und Felix haben das gerade selbst bemerkt. Doch woran lässt sich erkennen, ob digital nachgeholfen wurde?

👉🏻 Verschiebe die Regler in den beiden Bildern.

Beobachte genau, an welchen Stellen sich das Originalfoto verändert.

Der direkte Vergleich zeigt: Selbst wenn das Ausgangsbild schon geplant war, wird für die Selbstdarstellung auf Social Media oft noch stark digital nachgeholfen. Wer diese Bearbeitungsschritte durchschaut, vergleicht sich seltener mit diesen künstlichen Idealen und setzt sich weniger unter Druck.

👉🏻 Öffne die drei Erklärungen und erfahre, mit welchen Schritten diese künstlichen Welten erschaffen werden.

Bilder unterhalb dieses Akkordeons ändern sich je nach offenem Akkordeon Eintrag.

Ein gutes Foto ist selten Zufall. Schon vor der digitalen Bearbeitung wird oft alles genau geplant: Das Outfit ist ausgesucht, die Pose geübt. Solche Bilder zeigen meist ein geplantes Highlight und keinen spontanen Alltagsmoment.

Nach der Aufnahme helfen oft digitale Werkzeuge nach. Beauty-Filter glätten die Haut, vergrößern die Augen oder legen virtuelles Make-up auf. Dadurch verliert ein Gesicht oft seine natürlichen Poren und Züge.

Zum Schluss wird oft noch die Stimmung angepasst. Farbfilter lassen das Wasser blauer oder das Licht wärmer wirken. Störende Dinge – wie das Handtuch am See oder die Serviette im Café – werden mit digitaler Retusche einfach gelöscht.

3 Warum inszenieren sich Menschen auf Social Media?

Mila und Felix fällt auf, dass viele Bilder in ihren Feeds extrem perfekt wirken. Sie fragen sich, warum Personen so viel Aufwand betreiben, um sich im Netz so zu präsentieren.

👉🏻 Sieh dir das Video aufmerksam an und beantworte die eingeblendeten Fragen.

Achte dabei besonders darauf, welche Gründe für die Selbstdarstellung im Netz genannt werden.

Warum die “perfekte” Show? 

👉🏻 Ziehe die passenden Begriffe in die Lücken, um die Erkenntnisse aus dem Video zusammenzufassen.

Der Wunsch nach Aufmerksamkeit und der häufige Vergleich mit anderen bleiben nicht ohne emotionale Folgen. Wie sich dieser Druck im Alltag zeigt, lässt sich oft direkt in den Kommentarspalten beobachten.

Eine professionelle Selbstinszenierung hat aber oft noch einen weiteren Effekt: Sie weckt den sogenannten Autoritätsglauben. Das bedeutet: Viele Menschen neigen dazu, Personen schneller zu glauben, wenn diese wie Fachleute wirken oder als besonders erfolgreich gelten. Bestimmte Elemente in einem Beitrag können diesen Eindruck gezielt verstärken, sodass die Inhalte seltener kritisch hinterfragt werden.

👉🏻 Klicke/tippe auf die drei gelben Ausrufezeichen.

Erkenne die Merkmale, die einen Experten-Status vermitteln und dadurch den Autoritätsglauben auslösen können.

4 Welche Risiken gibt es?

Perfekt bearbeitete Bilder und ein besonders professionelles Auftreten haben einen großen Einfluss darauf, wie glaubwürdig Profile im Netz wirken. Diese Art der Inszenierung kann im Alltag aber auch Herausforderungen und Risiken mit sich bringen.

Klicke/tippe auf die vier roten Ausrufezeichen in der Grafik.

Erkenne, welche Risiken die digitale Selbstdarstellung haben kann und wie du dich am besten davor schützt.

5 Abschluss

Zurück im Bus. Mila schaut noch einmal auf die beiden Fotos auf ihrem Smartphone: links das Originalbild, rechts die stark bearbeitete Version mit dem glatten Filter.

„Ich glaube, ich weiß jetzt, welches Bild ich nehme“, sagt sie und tippt auf das Original.

Felix grinst. „Das ohne Filter?“

Mila nickt. „Ja. Ich kann es ja ein bisschen zuschneiden oder heller machen. Aber ich will kein Profilbild, auf dem ich mich selbst kaum wiedererkenne.“

Felix lehnt sich zurück. „Stimmt. Es ist schon verrückt, wie schnell man denkt, dass alles perfekt aussehen muss, nur weil viele Profile so wirken.“

„Genau das meine ich“, sagt Mila. „Wenn man ständig perfekt bearbeitete Bilder sieht, vergisst man leicht, dass da oft viel Auswahl, Pose, Licht und Bearbeitung dahintersteckt.“

Felix schaut nachdenklich auf ihr Display. „Und dann vergleicht man sich mit etwas, das eigentlich gar nicht der Alltag ist.“

„Eben“, antwortet Mila. „Ich finde es okay, sich online von einer guten Seite zu zeigen. Aber ich will selbst entscheiden, wie ich mich zeige – und nicht das Gefühl haben, ich müsste immer makellos aussehen.“

Felix nickt. „Also: Selbstdarstellung ist nicht automatisch falsch. Aber man sollte merken, wann aus Gestalten plötzlich Druck wird.“

Mila lächelt. „Und man sollte nicht alles glauben, was besonders perfekt aussieht.“

Mission erfüllt!

Super, du hast alle Onlineinhalte erfolgreich bearbeitet! Zusammen mit deiner Klasse und deiner Lehrkraft tauschst du dich im Anschluss aus. Aber etwas fehlt noch!

📋 Kurzer Selbstcheck

  • Hast du alle drei Kompetenzen erreicht und auf dem Arbeitsblatt abgehakt?

  • Hast du zwei überraschende Erkenntnisse aufgeschrieben?

  • Falls nein: Schau nochmal in der Lektion nach!

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