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2.2 Privatsphäre auf Social Media

1 Einführung

Mila und Felix sitzen am Nachmittag für ein gemeinsames Schulprojekt bei Felix am Schreibtisch. Mila starrt fassungslos auf ihr Smartphone.

„Felix, schau dir das mal an! Leonie aus der Parallelklasse postet in letzter Zeit extrem viele Storys. Ihr Profil ist komplett öffentlich, jeder kann das sehen.“

Felix beugt sich rüber und zuckt mit den Schultern. „Und? Lass sie doch.“

Mila schüttelt energisch den Kopf. „Nein, guck mal genau hin! Auf dem Video hier im Hintergrund... das ist meine Schwester im Schwimmbad! Sie hat gar kein Social Media und Leonie hat sie einfach gefilmt und gepostet!“

Felix reißt die Augen auf. „Oh. Darf die das überhaupt einfach so? Und wer weiß, wer sich das Video jetzt alles abspeichert...“

Welche Daten geben wir im Netz eigentlich preis? Wer darf was posten und wie kannst du deine eigene Privatsphäre durch die richtigen Einstellungen schützen? Finde es in diesem Kapitel heraus!

2 Welche persönlichen Daten können auf Social Media sichtbar werden?

In Leonies Video war ungefragt Milas Schwester zu sehen. Auf Social Media passiert das schnell: Beiträge, Fotos oder Profile machen oft ungewollt persönliche Daten von dir oder anderen sichtbar.

👉🏻 Untersuche, welche persönlichen Daten auf Social Media sichtbar werden können.

Klicke/tippe dazu auf die (i)-Symbole. Bewerte für dich, welche dieser Daten du als besonders privat einstufst.

All diese Daten können viel über dich verraten. Damit du die Kontrolle darüber behältst, wer solche Informationen sehen darf, gibt es klare rechtliche Regeln. Diese schützen deine Daten.

Persönliche Daten verraten, wer du bist, wo du dich aufhältst oder was du magst. Datenschutz sorgt dafür, dass Unternehmen und andere Personen diese Daten nicht einfach ungefragt sammeln und nutzen dürfen. Du hast das Recht auf informationelle Selbstbestimmung: Das bedeutet, du darfst grundsätzlich mitentscheiden, welche Daten du preisgibst. Wenn Daten jedoch online landen, besteht immer das Risiko, dass Plattformen oder Fremde sie speichern, auswerten oder weitergeben.

3 Wie lassen sich persönliche Daten aktiv schützen?

Social-Media-Plattformen verarbeiten deine Daten nicht immer nach dem gleichen Prinzip. Es gibt zwei wesentliche Mechanismen:

👉🏻 Untersuche die folgenden Alltagssituationen.

Entscheide, ob es sich dabei um das Prinzip Opt-in oder Opt-out handelt.

Du kannst nicht immer verhindern, dass die App- und Plattformbetreiber Daten sammeln. Aber du kannst sehr genau steuern, was andere Personen im Netz von dir sehen dürfen. Dabei helfen drei zeitlose Schutzprinzipien, die für fast jede Social-Media-Plattform gelten.

4 Was darf online geteilt werden – und was nicht?

Du weißt nun, wie du deine eigenen Daten schützt. Aber auch andere Personen haben Rechte. Nicht alles, was online sichtbar ist, darfst du einfach weiterleiten oder posten. Bilder von anderen Personen, private Nachrichten und fremde kreative Werke sind rechtlich streng geschützt.

Jeder Mensch darf selbst entscheiden, ob Bilder, Videos oder private Texte von ihm veröffentlicht werden. Als goldene Regel gilt: Im Zweifel immer vorher fragen! Um zu beurteilen, ob du etwas auf auf Social Media teilen darfst, helfen dir diese drei Bereiche:

Bilder unterhalb dieses Akkordeons ändern sich je nach offenem Akkordeon Eintrag.

Wenn du dich an Orten aufhältst, die für jeden zugänglich sind, wie zum Beispiel auf einem Marktplatz, in einer Fußgängerzone oder im Fußballstadion, bewegst du dich im öffentlichen Raum. Das Fotografieren von Orten oder großen Menschenmengen ist hier meistens in Ordnung. Aber Vorsicht: Sobald eine bestimmte Person im Mittelpunkt deines Bildes steht, brauchst du zwingend ihre Erlaubnis für das Teilen auf Social Media!

Sobald du dich in einem geschlossenen oder vertraulichen Rahmen befindest, greift der Schutz der Privatsphäre. Das ist der Fall, wenn du zu Hause bist, dich mit Freunden triffst oder in einem Messenger chattest. Hier gilt die strikte Regel: Bilder, Videos oder private Chat-Nachrichten darfst du nur weiterleiten oder hochladen, wenn alle beteiligten Personen vorher ausdrücklich zugestimmt haben.

Dies ist der höchstpersönliche Bereich eines Menschen, der für alle anderen absolut tabu ist. Dazu gehören Räume wie die Umkleidekabine oder die Toilette, aber auch streng geheime Gedanken in einem Tagebuch. Auch Momente, in denen jemand krank ist, weint oder sich hilflos fühlt, fallen in diese höchste Schutzstufe. Ein Foto oder das Teilen auf Social Media ohne Erlaubnis ist hier ein massiver Übergriff und oft sogar eine Straftat.

Auch wenn auf dem Pausenhof viele Menschen zusammenkommen, ist die Schule kein öffentlicher Platz wie ein Park. Die Schule ist ein besonderer Schutzraum für euch Schülerinnen und Schüler. Deshalb gilt hier eine einfache Regel: Fotografieren, Filmen und das Aufnehmen von Sprachnachrichten ist auf dem gesamten Schulgelände grundsätzlich verboten, es sei denn, eine Lehrkraft hat es für den Unterricht ausdrücklich erlaubt. Eure schulinternen Hausregeln geben hier ganz genau vor, was erlaubt ist und was nicht.

Hier ist einiges durcheinandergeraten!

👉🏻 Überprüfe die vorgegebene Sortierung der Fallbeispiele. Korrigiere die Fehler, indem du die Kärtchen in die richtige Schutzsphäre ziehst.

Neben Personen und privaten Daten sind auch kreative Inhalte geschützt. Das nennt sich Urheberrecht. Es schützt die Arbeit, die jemand in ein Werk gesteckt hat – wie zum Beispiel in Musikstücke, Texte, Fotos, Videos oder Zeichnungen. Sieh dir dazu das kurze Video an.

Bilder, Musik und Texte aus dem Internet gehören immer der Person, die sie erschaffen hat. Du darfst sie nicht einfach kopieren, herunterladen oder als deine eigenen ausgeben. Dennoch werden jeden Tag unzählige Inhalte auf Social Media geteilt. Aber was ist eigentlich rechtlich in Ordnung und was nicht?

👉🏻 Überprüfe die folgenden fünf Situationen.

Entscheide jeweils, ob die Handlung nach dem Urheberrecht „Erlaubt“ oder „Verboten“ ist.

5 Abschluss

Zurück bei Felix am Schreibtisch. Mila legt ihr Smartphone mit einem erleichterten Seufzen zur Seite. „Okay, das Problem ist gelöst.“

Felix schaut von seinem Notizbuch auf. „Hast du Leonie geschrieben? Gab es Ärger?“

Mila schüttelt den Kopf. „Nein, gar nicht. Ich habe ihr eine direkte Nachricht geschickt und erklärt, dass meine kleine Schwester da im Hintergrund in Badekleidung zu sehen ist und dass sie das auf keinen Fall posten durfte.“

„Und was hat sie gesagt?“, will Felix wissen.

„Sie war total erschrocken“, erzählt Mila. „Leonie meinte, sie hat beim Filmen nur auf sich selbst geachtet und meine Schwester im Hintergrund überhaupt nicht bemerkt. Sie hat die Story sofort gelöscht und sich entschuldigt.“

Felix nickt anerkennend. „Cool, dass sie es gleich eingesehen hat. Das zeigt aber echt, wie schnell etwas schiefgeht, wenn wir vor dem Posten nicht noch einmal genau den Hintergrund checken.“

„Stimmt“, sagt Mila. „Fehler passieren, aber ich bin froh, dass wir das gemeinsam und respektvoll lösen konnten.“

Für Mila und Felix ist die Aufregung damit vorbei. Sie haben gemerkt, dass der Schutz der eigenen Daten und der Respekt vor der Privatsphäre anderer im Netz eng zusammengehören – egal, ob es um die richtigen App-Einstellungen geht oder den genauen Blick vor dem nächsten Post.

Mission erfüllt!

Super, du hast alle Onlineinhalte erfolgreich bearbeitet! Zusammen mit deiner Klasse und deiner Lehrkraft tauschst du dich im Anschluss aus. Aber etwas fehlt noch!

📋 Kurzer Selbstcheck

  • Hast du alle drei Kompetenzen erreicht und auf dem Arbeitsblatt abgehakt?

  • Hast du zwei überraschende Erkenntnisse aufgeschrieben?

  • Falls nein: Schau nochmal in der Lektion nach!

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