Anlässe für Feedback im Unterricht
Feedback im Unterricht zu verankern, beginnt nicht mit der Methode, sondern mit einer klaren Frage: Warum möchte ich Feedback einsetzen? Ein gelungener Einstieg in die Feedbackarbeit knüpft an solche konkreten Anliegen an.
Feedback kann in unterschiedlichen Phasen einer Unterrichtsstunde oder einer Unterrichtseinheit sinnvoll eingesetzt werden – etwa zur Planung, zur Lernprozessbegleitung oder zur Reflexion. Entsprechend der unterschiedlichen Akteure und Feedbackrichtungen ergibt sich auch in methodischer und zeitlicher Hinsicht ein breites Gestaltungsspektrum. Zunehmend kann auch künstliche Intelligenz für formative Rückmeldungsprozesse genutzt werden.
Die Abbildung gibt einen ersten Überblick über vier zentrale Feedbackwege und eine Auswahl an dazugehörigen Methoden zur Förderung einer umfassenden Feedbackkultur in Einzelstunden und mehrstündigen Unterrichtseinheiten:
Genauere Informationen zu den in den Praxisbeispielen verwendeten Methoden finden Sie hier:
ISB-Prisma-Magazin Prüfungskultur (Verlinkung in Kürze)
Aus der Praxis
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Stundeneinstieg/Motivationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: Onlineabfrage
Zur Einstimmung in ein Thema der Medienbildung wird das Vorwissen der Lerngruppe mithilfe einer digitalen Umfrage erhoben. Dadurch setzen sich die Lernenden bereits zu Beginn aktiv mit der Thematik auseinander und werden auf die folgende Arbeitsphase vorbereitet. Gleichzeitig liefern die Ergebnisse der Onlineabfrage für die Lehrkraft eine wichtige Rückmeldung darüber, an welchen inhaltlichen Aspekten im weiteren Unterricht gezielt angeknüpft werden kann. Idealerweise werden zentrale Ergebnisse direkt zurückgemeldet (z. B. als Balkendiagramm), damit die Klasse sieht, wo sie steht.
Schülerumfrage mit digitalem Werkzeug -
Stundeneinstieg/Motivationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: Onlineabfrage (Wortwolke)
Zur Einstimmung auf ein neues Thema wird das Vorwissen der Lernenden mithilfe einer Wortwolke erhoben. Die entstehende Wortwolke ermöglicht eine erste inhaltliche Orientierung und dient zugleich als visuelle Rückmeldung für Lernende und Lehrkraft, an welchen Vorstellungen und Kenntnissen im weiteren Unterricht angeknüpft werden kann.
Arbeitsauftrag mit Ergebnissen zu einer Wortwolke -
Stundeneinstieg/Motivationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: Onlineabfrage (Stimmungsbarometer)
Ein digitales Stimmungsbarometer wird eingesetzt, um eine unmittelbare Rückmeldung der Lernenden zu einem ausgewählten Thema einzuholen. Dabei werden Tendenzen, Unterschiede und mögliche Spannungsfelder innerhalb der Lerngruppe sichtbar. Diese Form des Feedbacks unterstützt die Lehrkraft dabei, den Unterricht situativ auszurichten, und gibt den Lernenden zugleich das Gefühl, mit ihrer Meinung wahr- und ernstgenommen zu werden.
Rückmeldung zu einem digitalen Stimmungsbarometer -
Erarbeitungsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Stapelreflexion (analog)
Die Schülerinnen und Schüler legen verdeckte Kärtchen mit Feedback-Satzanfängen zwischen sich aus und ziehen diese nacheinander. Der gezogene Satzanfang wird jeweils mündlich in Bezug auf ein vorliegendes Bild beendet und dient als strukturierte Rückmeldung. Durch den Wechsel der Karten erhalten alle Lernenden vielfältige, wertschätzende und zielgerichtete Feedbackimpulse zur Weiterarbeit an ihrem Bild. Die Fragen können auf die unterschiedlichen Feedbackebenen zielen.
Beispiel für Peerfeedback auf Zwischenergebnis im Kunstunterricht -
Erarbeitungsphase
Feedbackrichtung: digital gestütztes Feedback
Methode: Übungen mit automatisierter Rückmeldung
Übungen mit automatisierter Rückmeldung, wie etwa H5P-Videos mit integrierten Fragen, können in Erarbeitungsphasen als wirksames Feedbackwerkzeug eingesetzt werden, indem sie Lernende direkt während des Lernprozesses zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Inhalt anregen. Durch sofortige Rückmeldungen erkennen sie unmittelbar, ob sie den Stoff verstanden haben, und können Fehler oder Lücken selbstständig korrigieren.
Übungen mit automatisierter Rückmeldung -
Ergebnissicherung
Feedbackrichtung: digital gestütztes Feedback mit Wettbewerbscharakter
Methode: interaktives Quiz
Am Ende der Unterrichtsstunde wird das erworbene Wissen der Schülerinnen und Schüler in einem Quizformat überprüft. In einem spielerischen Wettbewerb wiederholen und sichern die Lernenden dabei die zentralen Inhalte zum Stundenthema „Inhaltsangabe“. Die unmittelbare Rückmeldung zu den Antworten ermöglicht sowohl den Lernenden als auch der Lehrkraft eine Einschätzung des Lernstands und gibt Hinweise auf mögliche Unsicherheiten oder weiteren Förderbedarf.
Lernende überprüfen ihr Wissen in einem digitalen Abfragetool -
Ergebnissicherung
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Überprüfung der Ergebnisse anhand eines (digitalen oder analogen) Kriterienkatalogs
Nach der Erarbeitung wird der Kompetenzzuwachs der Lernenden durch einen Lernpartner überprüft. Anhand eines Kriterienkatalogs mit Smiley-System überprüfen diese die zentralen Inhalte zum Stundenthema „curriculum vitae“. Die Rückmeldung dazu bietet den Lernenden einen Überblick über das Erreichen der Lernziele und zeigt teilweise Möglichkeiten zur Verbesserung auf. Auch die Lehrkraft erhält damit Hinweise auf möglichen weiteren Vertiefungs- bzw. Wiederholungsbedarf.
Peer-Feedback zu einem Lebenslauf im Englischunterricht -
Anwendung/Übung/Transfer
Feedbackrichtung: digital gestütztes Feedback
Methode: Grammatikübungen mit automatisierter Rückmeldung
Den Lernenden werden digitale Übungsformate zur Verfügung gestellt, die sie entsprechend ihrer individuellen Stärken und des Lernbedarfs bearbeiten können. Durch die Bearbeitung erhalten sie Einblick in ihren aktuellen Lernstand und können diesen durch gezielte Wiederholung weiterentwickeln. Die automatische Auswertung der Ergebnisse liefert eine unmittelbare Rückmeldung, die sowohl der Selbstkontrolle dient als auch der Lehrkraft Hinweise für weitere Förder- und Differenzierungsmaßnahmen gibt.
Lernende trainieren ihre Fähigkeiten im Bereich Grammatik und erhalten unmittelbar eine Korrektur ihres Ergebnisses. -
Anwendung/Übung/Transfer
Feedbackrichtung: digital gestütztes Feedback
Methode: Überarbeitung eines Schreibprodukts nach Ampelsystem
Die Lernenden stellen ihren Aufsatz einem KI-gestützten Auswertungssystem zur Verfügung, das Stärken und Schwächen des Textes mithilfe eines Ampelsystems visualisiert. Auf dieser Grundlage erhalten die Schülerinnen und Schüler eine differenzierte Rückmeldung zu verschiedenen Textbereichen. Bei der anschließenden Überarbeitung können sie erneut Feedback einholen und unmittelbar nachvollziehen, in welchen Bereichen Verbesserungen erzielt wurden, wodurch der Schreibprozess gezielt unterstützt wird.
Ampelfeedback zur Überarbeitung -
Anwendung/Übung/Transfer
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Schriftliches Feedback in kollaborativen Dokumenten
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten gemeinsam in einem digitalen kollaborativen Dokument Beispielsätze zu Grammatikthemen. Durch das unmittelbare Lesen, Kommentieren und Verbessern der Sätze der Mitlernenden werden die neuen Strukturen automatisch in einem personalisierten Kontext angewandt. Die Lernenden profitieren sowohl vom Feedback geben als auch nehmen und ihnen steht am Ende die gesamte Sammlung an Sätzen zur Verfügung.
Peer-Feedback zu einem Grammatikthema -
Stundenabschluss und Hausaufgabe
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: digitale Umfrage
Zum Abschluss der Unterrichtsstunde wird eine digitale Meinungsumfrage eingesetzt, bei der die Lernenden einschätzen, welche vorgegebene These am besten zum Inhalt der Stunde passt. Durch die bewusste Auswahl positionieren sie sich fachlich und machen ihren aktuellen Kenntnisstand sichtbar. Die Auswertung der Umfrage ermöglicht der Lehrkraft eine formative Rückmeldung darüber, inwieweit zentrale Inhalte verstanden wurden, und bietet zugleich einen Anlass zur kurzen gemeinsamen Sicherung oder Klärung offener Punkte.
Abschließendes Meinungsbild -
Stundenabschluss und Hausaufgabe
Feedbackrichtung: Selbstreflexion
Methode: Stapelreflexion (analog)
Die Lernenden ziehen eine Karte mit einem Satzanfang zur Unterrichtsstunde. Diese dient als Impuls, um über den Verlauf der Stunde und das eigene Lernergebnis nachzudenken. Sobald sie an der Reihe sind, vervollständigen die Schülerinnen und Schüler den Satz mündlich und bringen so ihre persönliche Reflexion ein.
Selbstreflexion mit Hilfe von vorgegebenen Satzanfängen -
Stundenabschluss und Hausaufgabe
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: Zielscheibenfeedback
Zum Abschluss der Unterrichtsstunde wird mithilfe einer digitalen Zielscheibe eine strukturierte Rückmeldung der Lernenden eingeholt. Durch die Platzierung ihrer Einschätzung auf der Zielscheibe geben die Lernenden Feedback zu ausgewählten Aspekten der Stunde, etwa zum eigenen Lernzuwachs oder zur Verständlichkeit der Inhalte. Die visuelle Auswertung der Umfrage ermöglicht der Lehrkraft eine schnelle Rückmeldung zur Unterrichtswirkung und unterstützt zugleich die gemeinsame Reflexion des Lernprozesses.
Zielscheibe zur Evaluation der Unterrichtsstunde -
Stundenabschluss und Hausaufgabe
Feedbackrichtung: Lernende → Lehrende
Methode: Minutenaufsatz
Die Methode des Minutenaufsatzes kann genutzt werden, um von Lernenden eine kurze Rückmeldung zur Unterrichtsstunde zu erhalten. Diese Rückmeldung kann entweder Feedback über den Verlauf der Unterrichtsstunde enthalten oder darauf abzielen, zu erfragen, was die Lernenden aus der Unterrichtsstunde mitnehmen. Ein Vorteil der Methode ist, dass die Rückmeldung nicht öffentlich vor der Klasse gegeben wird und die Lernenden wissen, dass nur die Lehrkraft ihren Zettel liest.
Die Lernenden melden der Lehrkraft in knapper Ausführung zurück, was sie gelernt haben (feed back) und welche Fragen noch offen sind (feed up). Diese Methode fördert die Selbstreflexion und unterstützt Lehrkräfte dabei, die Planung der nächsten Unterrichtsstunde an die Bedürfnisse der Lerngruppe anzupassen.
Feedback in einer isolierten Unterrichtsstunde
Zielsetzung und ausgewählte Methoden
Stundeneinstieg/Motivationsphase
Zu Beginn der Stunde kann eine kurze Rückmeldephase stattfinden, die alle Schülerinnen und Schüler aktiv einbezieht. Sie dient dazu, vorhandenes Wissen zu aktivieren und einen Überblick über den aktuellen Lernstand zu gewinnen. Mithilfe einfacher Feedbackinstrumente, etwa eines Stimmungsbarometers oder einer digitalen Umfrage, erhalten alle Lernenden Orientierung. Werden die Ziele der Stunde klar benannt, erkennen die Schülerinnen und Schüler sowohl inhaltliche Anknüpfungspunkte als auch die zentralen Schwerpunkte. Die Berücksichtigung ihrer Sichtweisen stärkt zudem die persönliche Bedeutung des Themas und fördert die Lernmotivation.
Zielsetzung | Ausgewählte Methoden |
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Erarbeitung
In der Erarbeitungsphase führt die Lehrkraft in ein neues Thema ein und begleitet den Arbeitsprozess durch gezielte Rückmeldungen. Dabei hilft Feedback den Lernenden, ihren Lernstand einzuschätzen und zu erkennen, ob sie auf dem richtigen Weg sind. Durch ermutigende, konstruktive Rückmeldungen bleibt die Motivation der Lernenden erhalten und sie werden dazu angeregt, aktiv und engagiert am Arbeitsprozess teilzunehmen. Gleichzeitig ermöglicht differenziertes Feedback eine individuelle Förderung unterschiedlicher Lernstände und unterstützt im kooperativen Arbeiten durch Austausch und Peer-Feedback das gemeinsame Lernen.
Zielsetzung | Ausgewählte Methoden |
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Ergebnissicherungs-, Präsentations- und Reflexionsphasen
In der Ergebnissicherungs- und Reflexionsphase übernimmt Feedback eine zentrale Funktion bei der Festigung und bewussten Verarbeitung der erarbeiteten Inhalte. Ziel ist es, die Lernergebnisse zu strukturieren, zentrale Erkenntnisse hervorzuheben und den individuellen Lernzuwachs für die Schülerinnen und Schüler sichtbar zu machen. Durch gezielte Rückmeldungen werden die erarbeiteten Ergebnisse hinsichtlich ihrer Qualität eingeordnet und mit zuvor festgelegten Kriterien abgeglichen. Zugleich fördert diese Phase die metakognitive Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernprozess, indem die Lernenden dazu angeregt werden, ihre Vorgehensweisen, Strategien und mögliche Schwierigkeiten zu reflektieren. Feedback dient hier nicht nur dem Rückblick, sondern auch dem Ausblick auf weiteres Lernen im Sinne eines „Feed forward“. Darüber hinaus unterstützt eine wertschätzende Rückmeldekultur den gemeinsamen Abschluss der Stunde und trägt zur Motivation sowie zur Entwicklung eines positiven Lernklimas bei.
Zielsetzung | Ausgewählte Methoden |
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Anwendung/Übung/Transfer
In der Anwendungs- und Übungsphase wird das zuvor erarbeitete Wissen gezielt eingesetzt und durch wiederholte Übungsformate gefestigt. Dabei werden Fehler als Lernchance verstanden, indem Lösungswege reflektiert und weiterentwickelt werden. Durch differenzierte und automatisierte Rückmeldungen erhalten die Lernenden Hinweise über ihren individuellen Entwicklungsbedarf. Gleichzeitig werden sie dazu angeregt, ihre Ergebnisse selbst zu überprüfen und Verantwortung für den eigenen Lernprozess zu übernehmen.
Zielsetzung | Ausgewählte Methoden |
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Stundenabschluss/Hausaufgabe/Reflexion
Am Ende der Stunde kann gemeinsam auf den Unterrichtsverlauf zurückgeblickt werden. Einerseits besteht die Möglichkeit, den eigenen Lernprozess zu reflektieren. So setzen sich die Lernenden damit auseinander, was sie verstanden haben und wo noch Unsicherheiten bestehen. Anderseits kann eine Rückmeldung zur Stunde stattfinden, indem die Schülerinnen und Schüler einschätzen, inwiefern die angestrebten Lernziele erreicht wurden. Ebenso können Hinweise zu den nächsten Arbeitsschritten oder zu den Hausaufgaben erfolgen.
Zielsetzung | Ausgewählte Methoden |
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Feedback in einer mehrstündigen Unterrichtseinheit
In einer mehrstündigen Unterrichtseinheit wirkt Feedback kontinuierlich lernprozessbegleitend und steuernd. Es baut über mehrere Stunden hinweg aufeinander auf und dient dazu, Lernprozesse gezielt weiterzuentwickeln, individuelle Lernwege sichtbar zu machen sowie Fortschritte, Schwierigkeiten und Strategien über einen längeren Zeitraum zu reflektieren. Charakteristisch sind dabei wiederholte Rückmeldephasen und formative Feedbackformen (z. B. Lerntagebuch, Portfolioarbeit, Peer-Feedback, Zwischenpräsentationen) sowie die Einbindung von Selbst- und Fremdfeedback.
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Erarbeitungsphase
Feedbackrichtung: Selbstreflexion
Methode: Selbsteinschätzungsbogen
Die Lernenden erhalten einen Kriterienbogen, z. B. zur Erstellung der Präsentation, mit dessen Hilfe sie ihre bisherige Leistung und ihren Fortschritt einschätzen können. Mithilfe der jeweiligen Einschätzungsskala wird ihr bisheriger Erfolg visualisiert. Die Kommentarfunktion hilft, das weitere Vorhaben und die Planungen schriftlich festzuhalten.
Beispiel für Selbstreflexion zum Zwischenstand bei der Erstellung einer Präsentation im Englischunterricht -
Erarbeitungsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Überprüfung der Ergebnisse anhand eines (digitalen oder analogen) Kriterienkatalogs
Im Rahmen eines Schreibprozesses beurteilen die Lernenden gegenseitig ihre bisherigen Schreibprodukte. Die Verteilung des Peer-Feedbacks kann zufällig oder gelenkt erfolgen. Die von der Lehrkraft vorgegebenen Kriterien dienen als Grundlage für die Beurteilung, sollen jedoch durch individuelle Einschätzungen (Smiley-System) und Vorschläge von Seiten der Lernenden ergänzt werden.
Peer-Feedback anhand eines Kriterienrasters -
Präsentationsphase
Feedbackrichtung: Lehrende → Lernende
Methode: Korrektur mit lernförderlichen Hinweisen
Bei der Korrektur von Schülerarbeiten werden zunächst die Fehler markiert und kurze Hinweissätze wie „Begründung fehlt“ oder „Rechenweg unklar“ ergänzt. Diese Hinweise helfen den Schülern, gezielt an ihren Schwächen zu arbeiten und ihre Kenntnisse zu vertiefen. Um die Wirksamkeit des Feedbacks zu steigern, wird auch ein konkreter Verbesserungsauftrag formuliert. Dies gibt den Lernenden klare Anweisungen, was sie tun müssen, um ihre Arbeit zu verbessern, und fördert ihre Selbstständigkeit im Lernprozess.
Einbindung von lernförderlichen Hinweisen als Audiokommentar -
Präsentationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Aktivität “gegenseitige Beurteilung” in der ByCS-Lernplattform
Im Peer-Review-Verfahren bewerten die Schülerinnen und Schüler ihre Lernprodukte gegenseitig. Die Verteilung hierfür – wer das Lernprodukt welcher Person bewertet – kann zufällig erfolgen oder von der Lehrkraft koordiniert werden. Ebenfalls wird die Anzahl der bewertenden Personen festgelegt. Im Gegensatz zur Aktivität „Aufgabe” kann hier jedes abgegebene Lernprodukt anhand mehrerer, von der Lehrkraft vorgegebener Kriterien beurteilt werden.
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Präsentationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Feedbackbogen
Ein (digitaler) Feedbackbogen ermöglicht den strukturierten Austausch zwischen Lernenden über ein Lernprodukt. Durch die Auswahl der Fragen kann die Lehrkraft steuern, wie umfangreich und auf welchen Ebenen das Feedback gegeben wird und stellt sicher, dass auch Stärken und konkrete Verbesserungsvorschläge Eingang in das Peer-Feedback finden.
Hier wurde der digitale Feedbackbogen mit der H5P-Aktivität "Documentation Tool" in der Lernplattform umgesetzt. -
Präsentationsphase
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Feedbackbogen
Das Ergebnis eines Projekts wird von einem Peer mithilfe eines Feedbackbogens beurteilt. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf einer bestärkenden Rückmeldung, indem die positiven und gelungenen Aspekte der Arbeit hervorgehoben werden sollen.
Beispiel für einen Peer-Feedbackbogen -
Abschluss/Reflexion
Feedbackrichtung: Selbstreflexion
Methode: Lerntagebuch
Lerntagebücher unterstützen Schülerinnen und Schüler dabei, Lerninhalte zu verarbeiten und ihren eigenen Lernprozess zu reflektieren. Die Einträge können frei oder mithilfe von Leitfragen erfolgen und halten Gedanken, Erfahrungen und Lernfortschritte fest. Das regelmäßige Schreiben macht Lernprozesse sichtbar, fördert die Selbsteinschätzung der Lernenden und gibt der Lehrkraft Einblicke in Lernstand und Lernentwicklung. Am Ende einer Unterrichtseinheit dient das Lerntagebuch als strukturierte Reflexionsgrundlage: Die Lernenden beantworten z. B. gezielte Leitfragen (z. B. „Was habe ich sicher gelernt? Woran merke ich das? Was nehme ich mir als Nächstes vor?“), fassen ihre wichtigsten Erkenntnisse zusammen und leiten daraus persönliche nächste Schritte ab.
Weekly Social Media Content als Teil einer Lerntagebuch-Einheit -
Abschluss der Unterrichtseinheit
Feedbackrichtung: Lernende → Lernende
Methode: Selbst- und Fremdeinschätzung (analog)
Die Lernenden schätzen sich mithilfe eines in der Mitte gefalteten Reflexionsbogens zunächst selbst ein und geben anschließend Werkstück und Bogen an einen Lernpartner weiter. Dieser ergänzt seine Einschätzung und gibt beide Materialien zurück. Durch das Auffalten können eigene und fremde Bewertung direkt verglichen werden. Auf diese Weise wird die Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung gefördert.
Beispiel für einen Reflexionsbogen, der Selbst- und Fremdeinschätzung zusammenführt
Die aus Einzelstunden bekannten Unterrichtsphasen werden in mehrstündigen Einheiten zeitlich erweitert und didaktisch vertieft. Insbesondere Erarbeitungs- und Übungsphasen ermöglichen komplexere Arbeitsaufträge sowie Anwendungs- und Transferaufgaben. Feedback richtet sich hier verstärkt auf Zwischenergebnisse und unterstützt deren qualitative Weiterentwicklung. Durch längere Arbeits- und Sicherungsphasen kann neues Wissen vertieft, vernetzt und nachhaltiger verankert werden.
In Orientierungsphasen, die zu Beginn, im Verlauf oder am Ende einzelner Lernabschnitte stattfinden können, wird der Lernstand erfasst, Erwartungen werden geklärt und der Lernweg transparent gemacht. Zudem erhalten die Lernenden die Möglichkeit, sich gegenseitig Rückmeldung zu geben, um ihre Ergebnisse weiterzuentwickeln.
Dafür eignen sich Methoden wie:
Checklisten
formative Rückmeldungen
formative Tests
Selbst-, Fremd- und Lehrkräfteeinschätzungen
Präsentationsphasen dienen dazu, Zwischenergebnisse sichtbar zu machen und den weiteren Lernprozess zu strukturieren. Die Lernenden präsentieren ihre Arbeit, erkennen ihren aktuellen Stand und nutzen Rückmeldungen gezielt für Überarbeitung und Vertiefung.
Typische Methoden sind:
kriteriengeleitetes Peer-Feedback (z. B. mit Feedbackbögen oder Leitfragen)
Feedbackkarten (z. B. positiv/offen/weiterdenken)
mündliche Feedbackrunden im Plenum oder in Kleingruppen
Stapelreflexionen
Audiofeedback
Der Abschluss einer Unterrichtseinheit richtet den Blick auf den gesamten Lernprozess. Die Lernenden reflektieren ihren Lernzuwachs, bewerten ihre Ergebnisse und erhalten Rückmeldungen zu Stärken und Entwicklungsbedarf. Dies unterstützt die Sicherung des Gelernten und gibt Orientierung für zukünftiges Lernen.
Methoden hierfür sind:
kontinuierliche Weiterarbeit an Ergebnissen (z. B. wachsende Mindmap)
schriftliche, formative Rückmeldungen
einfache Rückmeldung in Form eines Tests oder einer Klassenarbeit
Lerntagebuch