Effektive Nutzung von Lernzeit (GS)
Sorgfältig aufbereitete, leicht zugängliche digitale Materialien, kombiniert mit etablierten Routinen und vorab eingeübten Bedienkompetenzen, fördern einen effektiven Unterrichtablauf und eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Lerninhalten.
Vorbereitung auf die veränderte Klassenführung
Um sich auf die veränderte Situation im Klassenzimmer vorzubereiten, ist es sinnvoll, die neuen Anforderungen durch die Arbeit mit den digitalen Endgeräten zu verstehen und Strategien für einen erfolgreichen Umgang damit zu entwickeln. Dazu helfen Ihnen folgende Fragestellungen:
Wie organisiere ich die Nutzung der Geräte im Unterricht?
Wie führe ich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeitsweise heran?
Auf welche Weise leite ich die neuen Arbeitsweisen an, um den Unterrichtsfluss aufrechtzuerhalten?
Dazu finden Sie hier Tipps von erfahrenen Lehrkräften:
Wie organisiere ich die Nutzung der Geräte im Unterricht?
-
1. Achten Sie auf eine sachgemäße Aufbewahrung der Geräte im Schulalltag.
„In meinem Klassenzimmer gibt es einen festen Platz für den Tabletkoffer. Meine Schülerinnen und Schüler wissen genau, wo die Geräte und Zubehör (Kopfhörer, Tablet-Stift) hingehören und wie sie richtig aufbewahrt und geladen werden. So entsteht keine Unruhe oder Unordnung. Außerdem arbeite ich mit klaren Zuständigkeiten: Über einen wöchentlich wechselnden Dienstplan übernehmen Schülerinnen und Schüler den Technikdienst. Nebenbei wächst so die Verantwortung im Umgang mit den Tablets.“
Sichere Aufbewahrung von Tablets und Zubehör -
2. Achten Sie auf sachgemäßen Umgang um Materialschäden zu vermeiden.
“Meinen Schülerinnen und Schüler ist bewusst, dass Tablets und Zubehör vorsichtig behandelt und ordentlich aufbewahrt werden sollen. Gemeinsam vereinbarte Regeln – zum Beispiel das Tragen mit beiden Händen, ein sauberer Arbeitsplatz oder das sichere Verstauen von Kabeln und Kopfhörern – helfen dabei, Materialschäden zu vermeiden und die Geräte lange nutzen zu können.”
unsachgemäße Aufbewahrung -
3. Legen Sie Tablet-Zeiten klar fest.
„Als Lehrkraft plane ich feste Zeiten für die Tablet-Nutzung bereits während der Unterrichtsvorbereitung ein und entscheide bewusst, ob alle Kinder gleichzeitig arbeiten oder Tablets zur Differenzierung eingesetzt werden. Übergänge übe ich gezielt ein, damit der Wechsel zwischen analog und digital reibungslos klappt. Feste Signale wie „One, two, three - eyes on me“ oder ein Klatschrhythmus helfen mir, schnell wieder Ruhe herzustellen und die Aufmerksamkeit zu fokussieren. Die Tablets werden bei Nichtgebrauch umgedreht auf den Tisch gelegt oder unter der Bank verstaut.“
Tablet liegt nach Aufforderung umgedreht auf dem Tisch -
4. Ordnen Sie die Tablets den Lernenden eindeutig zu.
„Ich nummeriere Tablets und Tabletkoffer und arbeite mit ausgehängten Listen, sodass jedes Kind möglichst immer mit demselben Gerät arbeiten und seine digitalen Produkte zuverlässig wiederfinden kann.“
Beschriftung der Tablets mithilfe von Klebeetiketten -
5. Seien Sie aktiver Lernbegleiter und schaffen Sie Freiräume.
„Ich bewege mich aktiv im Raum und begleite die Schülerinnen und Schüler beim digitalen Arbeiten in offenen Unterrichtsformen. Dabei traue ich ihnen Selbstständigkeit zu und lasse bewusst Freiräume. Ich nutze vielfältige Arbeits- und Sitzformen sowie, wenn möglich, auch andere Orte im Schulgebäude. Klare Regeln, die konsequent eingefordert werden, und meine Präsenz sorgen dafür, dass sich alle beaufsichtigt fühlen und verlässlich arbeiten. Der Grad an Freiraum orientiert sich dabei am verantwortungsvollen Umgang der Schülerinnen und Schüler.“
Lernende nutzen verschiedene Arbeitsplätze im Klassenzimmer und Schulhaus -
6. Ermöglichen Sie eine effiziente Anmeldung und einen schnellen Start.
„Ich gestalte den Anmeldevorgang und die Arbeitsphasen mit digitalen Anwendungen so, dass die Lernenden ohne lange Wartezeiten starten können, z. B. durch das Notieren von Passwörtern und Einkleben von QR-Code-Logins im Hausaufgabenheft. So vermeide ich Leerläufe und ermögliche einen reibungslosen Einstieg in die Arbeitsphase.“
linke Seite: Mitmachheftseite aus dem Tablet-Kompass GS/rechte Seite: QR-Codes für die Anmeldung bei digitalen Lernanwendungen, eingeklebt ins Hausaufgabenheft oder im Federmäppchen aufbewahrt -
7. Und wie ist das bei einer personalisierten Ausstattung?
„Bei einer personalisierten Ausstattung sind die Tablets in der Regel immer verfügbar, umso wichtiger ist eine klare Struktur im Umgang. Das „Immer-dabei, aber nicht immer-im-Einsatz“-Prinzip sollte von Anfang an etabliert werden. Verbindliche Abläufe in allen Fächern, eine einheitliche Ordnerstruktur sowie klare Regeln zur Nutzung helfen, Orientierung zu geben. Zentral ist zudem die Haltung: Tablet überlegt einsetzen und nutzen.“
Wie führe ich die Schülerinnen und Schüler an die Arbeitsweise heran?
-
1. Probieren Sie Anwendungen vorab gezielt aus.
„Ich probiere neue Anwendungen vor dem Einsatz im Unterricht selbst intensiv aus und mache mich mit den zentralen Funktionen vertraut. So kann ich die Anwendung strukturiert einführen, sicher begleiten und typische Schwierigkeiten im Unterricht vermeiden.“
Bild erzeugt mit ChatGPT am 23.4.26/ Die Erprobung von Anwendungen ist Grundlage für den effizienten Einsatz im Unterricht. -
2. Geben Sie den Kindern Zeit, das Tablet kennenzulernen.
„Bevor wir mit Anwendungen starten, erkunden wir zunächst gemeinsam das Tablet. Die Schülerinnen und Schüler lernen grundlegende Bestandteile, Funktionen und schuleigene Apps kennen, sodass sie sich sicher orientieren können.“
Übungen zu Bestandteilen, grundlegenden Funktionen und Apps des Tablets (Tablet-Kompass GS) -
3. Geben Sie Raum zum Ausprobieren.
„Ich plane bewusst Zeit ein, in der die Schülerinnen und Schüler die Technik ohne Leistungsdruck erproben können. Wenn technische Herausforderungen auftreten, werden sie gemeinsam als Lernchancen genutzt („Was tun, wenn…?“). So entsteht Schritt für Schritt Sicherheit im Umgang mit den Geräten.“
Begleitheft „Mein Tablet-Wissen“ (Tablet-Kompass GS), in dem die Kinder bei Problemen die jeweilige Hilfestellung nachschlagen können. -
4. Nutzen Sie Experten und bauen Sie ein Patensystem auf.
„Ich baue gezielt ein Expertensystem auf, bei dem Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen und andere begleiten. So stehen beispielsweise Viertklässler den Erstklässlern beim Kennenlernen neuer Anwendungen zur Seite und helfen bei grundlegenden Funktionen. In einem gemeinsamen Projekt erstellen die Jüngeren z. B. Tierrätsel als Audioaufnahmen und lernen dabei die Aufnahmefunktion kennen, während die Älteren passende Informationen zum Tier recherchieren und beim Formulieren unterstützen.“
links oben: Bild erzeugt mit ChatGPT am 23.4.26 links unten: Profiauftrag aus dem Tablet-Kompass rechts oben/unten: Erstellung eines Zahlenbuches mit einem Patenkind Digital erfahrenere Kinder geben ihr Expertenwissen weiter. Groß und klein arbeiten gemeinsam an der Erstellung eines Zahlenbuchs und gestalten Tierrätsel zusammen.
-
5. Klären Sie Speicherung und Weitergabe von Anfang an.
„Ich lege von Anfang an fest, wo Dateien gespeichert werden (z. B. Cloudsysteme, Server oder lokal auf dem Tablet) und wie sie weitergegeben werden. Diese Abläufe übe ich mit den Schülerinnen und Schülern gezielt ein. Auch der Umgang mit fertigen Medienprodukten (Speichern, Benennen, Weitergeben) wird regelmäßig gefestigt.“
Einführung des Empfangens und Verschickens von Dateien (Tablet-Kompass GS - bildbasiert und erweiterte Fassung)
Auf welche Weise leite ich die neuen Arbeitsweisen an, um den Unterrichtsfluss aufrechtzuerhalten?
-
1. Strukturieren Sie den Unterricht klar und verlässlich.
„Ich achte auf die konsequente Einhaltung der vereinbarten Regeln und gestalte digitale Phasen klar strukturiert und zeitlich begrenzt, um ein zu hohes Maß an Bildschirmzeit zu vermeiden. Dabei setze ich auf einfache, motivierende Aufgaben mit transparenten Zielen. Arbeitsaufträge formuliere ich knapp und verständlich mit visueller Unterstützung. Feste Start- und Stoppsignale sowie gemeinsame Orientierungspunkte helfen, den Unterrichtsfluss aufrechtzuerhalten und den Schülerinnen und Schülern Sicherheit zu geben.“
Die Tablet-Regeln (Tablet-Kompass GS) sind für die Lernenden sichtbar im Klassenzimmer aufgehängt. -
2. Führen Sie schrittweise ein und schaffen Sie Routinen.
„Ich führe die Schülerinnen und Schüler in kleinen, überschaubaren Schritten an die digitalen Anwendungen heran, statt alles auf einmal zu erklären. Wiederkehrende Abläufe wie das Einloggen ritualisiere ich, sodass sie Sicherheit geben. Visualisierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit Screenshots und passenden Klassenzimmeraushängen unterstützen die Arbeitsweisen zusätzlich. Gleichzeitig arbeite ich mit verbindlichen Symbolen für wiederkehrende Aufgaben wie Kamera, Mikrofon oder Datei, damit sich alle schnell orientieren können. Zentrale Abläufe wie Speichern, Teilen und Weitergeben von Dateien übe ich regelmäßig, bis sie sicher sitzen. Zur Unterstützung spiegele ich meinen Bildschirm und nutze dabei eine Bildschirmhilfe (über Einstellungen), bei der ein sichtbarer Zeigepunkt auf dem Display erscheint. So kann ich Schritte vor der ganzen Klasse gut vormachen und die Kinder können sie leicht mitverfolgen.“
Bildgestützte Anleitungen zum Scannen eines QR-Codes und zur Erstellung eines E-Books (Tablet-Kompass GS - bildbasiert) -
3. Nutzen Sie die kreativen Möglichkeiten der Tablets.
„Ich setze Tablets gezielt so ein, dass neue Arbeitsweisen möglich werden, die analog so nicht umsetzbar wären. Mithilfe von motivierenden Lernanlässen rege ich die Kinder zur aktiven, kreativen und individuellen Gestaltung eigener digitaler Inhalte an. Die Schülerinnen und Schüler erstellen mit ihrem Gerät z. B. Audioaufnahmen, Videos, eBooks oder Präsentationen und verändern und entwickeln eigene Produkte. “
linke Seite: Die Kinder verfassen ein Drehbuch zum Märchen (analog) und setzen es dann filmisch mit dem Tablet um. rechte Seite: Die Kinder strukturieren einen Vorgang, indem sie die einzelnen, durchgeführten Schritte fotografieren und mittels Audioaufnahme versprachlichen.