Ergebnissicherung- Digitale Heftführung als Erweiterung denken
Im Rahmen der erweiterten Ausstattung bietet sich neben einer analogen auch eine digitale Heftführung an. Doch wie kann ein solches Heft an Förderschulen aussehen und welche Aspekte sind bei der Einführung speziell zu berücksichtigen? Dabei zeigt die Praxis: Wer den Begriff „digitales Heft" zu eng fasst, verschenkt Potenzial. Die Kombination aus digitaler Unterrichtsdokumentation und einer Lernplattform oder Dateiablage eröffnet neue Möglichkeiten, etwa durch Verlinkungen zu Erklärvideos, individuell angepasste Materialien oder einen unkomplizierten Austausch zwischen Lehrkraft und Lernenden. Gleichzeitig bleibt das analoge Heft in vielen Situationen unverzichtbar, zum Beispiel beim Zeichnen im Geometrieunterricht.
Da bislang nur wenige gesicherte Erkenntnisse zur lernförderlichen Nutzung digitaler Heftführung an Förderschulen vorliegen, sind gemeinsame Absprachen im Klassenteam, kollegialer Austausch sowie eine kontinuierliche Weiterentwicklung schulischer Konzepte von besonderer Bedeutung.
Einordnung: Veranschaulichung
Ergebnissicherung
Lernergebnisse lassen sich durch den Einsatz digitaler Medien, wie Präsentationen, interaktive Zusammenfassungen und weitere Lernprodukte kreativ und nachhaltig veranschaulichen.
Das Wichtigste in Kürze
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Digitale Hefte als gewinnbringende Erweiterung nutzen „Zu Beginn des Schuljahres habe ich ein digitales Heft in meiner Klasse abgelehnt. In den letzten Monaten habe ich jedoch bemerkt, dass ich den Begriff ´digitales Heft` viel zu eng gedacht habe. Die Kombination von analogen Hefteinträgen mit einem digitalen Heft bzw. Ordner bringt für die Lernenden einen unheimlichen Zugewinn und ich möchte es nicht mehr missen.“
Digitale Heftführung sollte an Förderzentren nicht lediglich als Ersatz des analogen Heftes verstanden werden. Vielmehr eröffnet die Kombination aus digitaler Unterrichtsdokumentation und Lernplattformen bzw. Dateiablagen neue Möglichkeiten, Unterricht lernförderlich zu gestalten und individuelle Förderbedarfe gezielt zu berücksichtigen.
Digitale Hefte können insbesondere folgende Potenziale entfalten:
anschauliche Darstellung von Inhalten, auch mit Bildern, Audio und Links
bessere Struktur und Übersichtlichkeit durch klare Wocheneinteilung und Farbmarkierungen
individuelle Anpassung an unterschiedliche Förderschwerpunkte (z. B. Lückentext in Silbenschrift, Audiohilfen, reduzierte Einträge)
effiziente Nutzung der Unterrichtszeit durch vorbereitete, direkt abrufbare Materialien
einfacher Datenaustausch zwischen Lehrkraft und Lernenden
Digitale Heftführung kann die klassische Unterrichtsdokumentation sinnvoll erweitern – und gleichzeitig gezielt auf die besonderen Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler eingehen.
„Dürfen wir auf dem Tablet mitschreiben?„ – Diese Frage stellen Schülerinnen und Schüler häufig zu Beginn des Unterrichts im 1:1-Setting. Eine pauschale Antwort darauf ist nicht sinnvoll, denn die Nutzung digitaler Hefte erfordert klare pädagogische, organisatorische und technische Absprachen im Klassenteam und Kollegium, um einheitliche Strukturen für die Lernenden zu gestalten.
Vor der Einführung sollten unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
Ist digitale Heftführung in der jeweiligen Jahrgangsstufe vorgesehen?
Gibt es verbindliche Absprachen innerhalb des Stufenteams oder im Kollegium (z. B. einheitliche Farben oder Bezeichnungen für Fächer)?
Haben die Lernenden bereits eine Einführung in die digitale Heftführung erhalten – und wer übernimmt diese?
Wird eine einheitliche Notizen-App verwendet, technisch eingeführt und am Tagesplan visualisiert (z. B. durch ein Symbol für „digitales” oder „analoges" Heft)?
Wie werden Arbeitsergebnisse gesichert und ausgetauscht (z. B. über mebis, ByCS Drive, digitale Pinnwand oder Direktaustausch)?
Bei der Umsetzung haben sich an Förderschulen unterschiedliche Ansätze bewährt:
Einheitliche digitale Heftführung in allen Fächern mit einer gemeinsamen Notizen-App und festgelegter Struktur – das erleichtert Schulungen und reduziert die Komplexität der Lernumgebung.
Kombination aus analog und digital: Neue Inhalte werden weiterhin ins analoge Heft geschrieben, während das Tablet Übungsmaterialien, Links und ergänzende Medien bereitstellt. Das entlastet insbesondere Schülerinnen und Schüler mit erhöhtem Förderbedarf und unterstützt die Raum-Lage-Orientierung.
Bewusster Verzicht auf digitale Heftführung in bestimmten Jahrgangsstufen oder Kontexten – mit dem Tablet als ergänzendem Werkzeug, nicht als Ersatz für das analoge Heft.
Gerade deshalb lohnt es sich, den Einsatz gemeinsam im Stufenteam und Kollegium abzustimmen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Konzepte kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Auch wenn viele Lernende digitale Endgeräte im Alltag selbstverständlich nutzen, gelingt eine lernförderliche digitale Heftführung nicht automatisch. Die Lernenden benötigen Anleitung, klare Strukturen und kontinuierliche Begleitung beim Erstellen digitaler Einträge sowie bei der Organisation ihrer Materialien.
Bewährt hat sich, die Einführung schrittweise und ritualisiert zu gestalten: Abläufe werden an der Tafel und in der Lernplattform mit passenden Icons visualisiert, QR-Codes mit direkten Links erleichtern den Zugang zu Austauschplattformen, und regelmäßige „Aufräumzeiten" helfen dabei, die Hefte strukturiert zu halten. Ältere Schülerinnen und Schüler können jüngere dabei unterstützen.
Deshalb ist es sinnvoll, dass Lehrkräfte, idealerweise gemeinsam im Stufenteam oder im gesamten Kollegium, verbindliche Strukturen, Nutzungsrichtlinien und ein abgestimmtes Schulungskonzept entwickeln, das grundlegende Kompetenzen im Umgang mit digitalen Heften systematisch aufbaut.
Die Einführung digitaler Heftführung sollte daher nicht nur technisch oder organisatorisch gedacht, sondern immer auch pädagogisch begleitet werden. Digitale Heftführung ist damit Teil eines gemeinsamen Schulentwicklungsprozesses.
Heftführung in der Praxis
Einsatz von digitalen Heften an Förderzentren
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie die digitale Heftführung an einem Förderzentrum gelingen kann und welche Aspekte bei der Einführung zu berücksichtigen sind.
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