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Störungsprävention

Störungsprävention

Präventive Maßnahmen für einen bewussten Umgang mit dem Ablenkungspotenzial digitaler Medien werden in die Unterrichtsplanung und -gestaltung integriert. Regeln in den Bereichen digitale Kommunikation, Arbeitsweise und Erreichbarkeit werden konsequent und angemessen umgesetzt.

Ich agiere störungspräventiv.

Wie wollen Sie mögliche Störungen vermeiden? Nennen Sie mindestens drei Maßnahmen!

  • Einigen Sie sich auf verbindliche Regeln und setzen Sie diese aktiv um!

    „Innerhalb der Schulfamilie wurden verbindliche Regeln zur Nutzung von Tablets vereinbart, welche für alle gut sichtbar als Plakate in allen Räumen der Schule aufgehängt wurden. So kann ich mich als Lehrkraft zu jeder Zeit darauf beziehen und die Lernenden können auf die Einhaltung achten. Ich überlege mir im Vorfeld, wie ich damit umgehe, wenn sich Lernende nicht daran halten.“

  • Bewegen Sie sich aktiv im Raum und nutzen Sie auch den hinteren Bereich des Klassenzimmers, um für alle Schülerinnen und Schüler präsent zu sein.

    Die Arbeit mit digitalen Endgeräten im Unterricht bietet vielfältigste Möglichkeiten und Chancen. Gerade zu Beginn kann es aber auch zu Störungen kommen. Seien Sie daher wie gewohnt ansprechbar und bieten Sie dem einzelnen Lernenden Hilfe an: „Während des Unterrichts bewege ich mich nicht nur während selbstgesteuerter Arbeitsphasen, sondern auch in Instruktionsphasen immer wieder aktiv im Klassenzimmer, um präsent zu sein und Arbeitsprozesse gut beobachten zu können. So erkenne ich schnell typische Anzeichen von Ablenkung und kann direkt eingreifen. Durch genügend Raum hinter der letzten Reihe kann ich auch dort Position beziehen und eine zusätzliche Perspektive einnehmen. Gelegentlich setze ich mich auch direkt in die Sitzreihen, etwa wenn Schülerinnen und Schüler ihre Arbeitsergebnisse vom Tablet aus präsentieren – so bin ich näher bei den Lernenden und kann gezielter unterstützen.”

  • Minimieren Sie das Ablenkungspotenzial der Geräte.

    „Im Unterricht hilft die verbindliche Regelung, dass Tablets immer flach auf dem Tisch liegen müssen und nicht mit Hilfe der Hülle aufgestellt werden dürfen. Das bietet mir die Möglichkeit, ähnlich wie bei einem analogen Heft leichter Einblick in die Geräte zu bekommen. Darüber hinaus halte ich die Lernenden dazu an, eine angemessene Bildschirmhelligkeit einzustellen. Für den Fall, dass sich einzelne Lernende nicht an die geforderte Geräteposition halten, bin ich vorbereitet und habe das Material in begrenzter Anzahl im Printformat dabei.

    Des Weiteren weise ich die Lernenden auf bestimmte Geräteeinstellungen hin (z. B. „Fokus“), die dafür sorgen, dass ausschließlich schulische Anwendungen auf dem Startbildschirm zu sehen sind und beispielsweise auch akustische Signale und Push-Benachrichtigungen unterbunden werden.“

Ich wende Regeln konsequent an.

Welche Regeln sind Ihnen wichtig und wie wollen Sie diese in Ihrem Unterricht umsetzen (z. B. Rituale zu Unterrichtsbeginn)?

  • Behalten Sie gewohnte Abläufe bei!

    „Zu Beginn einer Unterrichtsstunde werden die Geräte ebenso wie weitere analoge Materialien vorbereitet und liegen am Tischrand. Eine meiner wichtigsten Regeln ist, dass ich als Lehrkraft entscheide, wann und wie die Schülergeräte im Unterricht genutzt werden. Daher dürfen diese erst In die Hand genommen werden, wenn ich die Arbeitsanweisung zum Einsatz gegeben habe. Darüber mache ich mir bereits bei der Planung der Unterrichtsstunde bewusst Gedanken.“

     

    © istock.com/volhah
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit den Lernenden auch neue Rituale für die geänderte Unterrichtssituation!

    „Die Lernenden meiner Klassen wissen, dass das Signal „Sunny Side Down“ bedeutet, dass sie ihr Tablets sofort mit dem Bildschirm nach unten auf den Tisch legen und ihre Aufmerksamkeit auf die Lehrkraft lenken sollen. So können Hilfestellungen oder weitere Arbeitsanweisungen bei einem Wechsel der Unterrichtsform schnell und effizient vermittelt werden.” 

  • Machen Sie Ihre Erwartungen an die Klasse deutlich!

    „Die Schüler wissen genau, wie ich auf Regelverstoß reagiere – sei es bei unnötigem Surfen oder Ablenkung durch andere Apps. In dem Fall muss das Gerät für eine festgelegte Zeit auf das Lehrerpult gelegt werden. Das führt dazu, dass sich die meisten Schülerinnen und Schüler schnell an die Regeln halten. Gerade zu Beginn kam es häufig vor, dass die Geräte nicht ausreichend geladen waren oder die Kopfhörer vergessen wurden. Dafür gibt es einen Eintrag im Klassenbuch, ebenso wie beim Vergessen der Hausaufgabe.“

Ich reagiere angemessen auf Störungen.

Mit welchen Formen von Störungen rechne ich im Unterricht, und wie gehe ich gezielt damit um?

  • Fordern Sie die Einhaltung von Regeln konsequent ein und treten Sie bei Problemen an die Erziehungsberechtigten heran.

    „Für den Fall eines Verstoßes gegen unsere Regeln habe ich mir bereits im Vorfeld mögliche Konsequenzen überlegt oder greife auf schulinterne Maßnahmen zurück – von einer Ermahnung bis hin zur temporären Abgabe des Geräts. Doch Medienerziehung ist gemeinsame Aufgabe von Schule und Elternhaus, daher sollten Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte in kontinuierlichem Austausch stehen: So werden bei uns an der Schule Vergehen im digitalen Klassenbuch vermerkt und die Erziehungsberechtigten erhalten automatisch einen Hinweis. Häufen sich Regelbrüche, können dann auch weiterreichende Maßnahmen getroffen werden.“ 

  • Probieren Sie neue Anwendungen vorher aus und binden Sie bei technischen Problemen die schulinternen Unterstützungsangebote ein.

    “Um Störungen zu vermeiden, probiere ich die geplanten Arbeitsschritte mit den verwendeten Programmen immer vorher aus. Sollte es dennoch zu technischen Problemen kommen, gibt es bei uns an der Schule einen Leitfaden bzw. feste Ansprechpartner, die man kontaktieren kann.“

  • Greifen Sie auftretende Probleme unmittelbar auf und thematisieren Sie diese.

    „Wenn ich merke, dass ein Gerät in meinem Unterricht missbräuchlich verwendet wird, z. B. bei heimlichen Fotoaufnahmen, spreche ich das Fehlverhalten direkt an und versuche medienerzieherisch auf die Lernenden einzuwirken. Damit möchte ich ihnen mögliche Auswirkungen direkt vor Augen führen. Dies schließt natürlich weitere Konsequenzen nicht aus. Auch schulinterne Medienteams können bei uns zur Aufarbeitung diverser Vorfälle hinzugezogen werden.“

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