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Digitale Balance im Alltag

11. September 2026
Beitrag enthält KI-generierte Bildinhalte
Ein Orientierungsrahmen für den Umgang mit Medien ab dem Grundschulalter

Dieser Orientierungsrahmen unterstützt Sie als Eltern dabei, Mediennutzung altersangemessen einzuordnen, gemeinsam Regeln zu vereinbaren und Ihre Kinder Schritt für Schritt zu mehr Verantwortung zu begleiten.

Zweck des Orientierungsrahmens

Der Orientierungsrahmen bietet Ihnen eine fachlich fundierte Orientierung für die Mediennutzung Ihres Kindes. Die enthaltenen Empfehlungen sind keine strikten Vorgaben, sondern eine Grundlage für das gemeinsame Gespräch in der Familie. Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich, wodurch pauschale Regeln nur begrenzt zutreffen können. Die endgültige Entscheidung über die passende Mediennutzung liegt deshalb bei Ihnen als Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten.

Hintergrund

Die Empfehlungen stützen sich im Wesentlichen auf drei aktuelle Berichte: den Bericht des Special Panel on Child Safety Online der Europäischen Kommission, veröffentlicht im Juli 2026, das Diskussionspapier der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, aus dem Jahr 2025, sowie die Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, die das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend im September 2025 eingesetzt hat und ihre Ergebnisse im April 2026 veröffentlicht hat.

Diese Quellen fassen den aktuellen Forschungsstand zu Chancen und Risiken der Mediennutzung im Kindes- und Jugendalter zusammen und bilden damit eine verlässliche fachliche Basis für diesen Orientierungsrahmen.

Entwurfsfassung | Stand September 2026

Überblick zu den einzelnen Altersstufen

Schützen und begleiten

Im Grundschulalter brauchen Kinder bei der Mediennutzung noch viel Schutz, Orientierung und Begleitung. Zeigen Sie Interesse, wählen Sie passende Angebote aus und schaffen Sie eine vertrauensvolle Grundlage, damit Ihr Kind mit Ihnen über Medienerfahrungen sprechen kann.

Bildschirmzeit bewusst begrenzen

Planen Sie Freizeit am Bildschirm möglichst nicht täglich ein und begrenzen Sie sie an einzelnen Tagen auf etwa 30 bis 45 Minuten. So helfen Sie Ihrem Kind, feste Gewohnheiten zu vermeiden und genügend Zeit für Spiel, Bewegung und Erholung zu behalten. Mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen sollten keine Bildschirmmedien mehr genutzt werden. Während der Schlafenszeit bleiben Geräte am besten außerhalb des Kinderzimmers.

Ein Smartphone ist noch nicht nötig

Ein eigenes Smartphone ist in der Grundschule in der Regel nicht empfehlenswert. Wenn Ihr Kind erreichbar sein muss, reicht meist ein einfaches Tastenhandy ohne Internetzugang.

Das Internet gemeinsam entdecken

Im Internet ist ihr Kind einer Vielzahl von nicht kindgerechten Inhalten ausgesetzt. Begleiten Sie Ihr Kind daher beim Surfen. Nutzen Sie möglichst Kindersuchmaschinen und aktivieren Sie altersgerechte Jugendschutzeinstellungen. So helfen Sie Ihrem Kind, sichere Seiten zu finden und erste Erfahrungen im Netz geschützt zu sammeln.

Messenger nur begleitet nutzen

Ein eigener Messenger-Account ist in der Grundschule für die private Nutzung in der Regel noch nicht empfehlenswert. Wenn erste Chat-Erfahrungen sinnvoll sind, um beispielsweise mit Familienangehörigen zu kommunizieren, sollten diese über einen Eltern-Account und gemeinsam mit Ihnen stattfinden.

Social Media noch vermeiden

Social-Media-Angebote sind für Kinder in der Grundschule nicht geeignet. Schaffen Sie stattdessen altersgerechte Alternativen, zum Beispiel gemeinsame Medienzeiten, kreative Apps, Hörspiele, Bücher, Spiele oder Aktivitäten mit Freundinnen und Freunden.

KI-Chatbots nur in Begleitung nutzen

Ein eigener Account für KI-Chatbots ist im Grundschulalter noch nicht empfehlenswert. Manche Messenger bringen mittlerweile eigene Chatbot-Funktionen mit, denen Ihr Kind auch ohne eigenständige App begegnen kann. Begleiten Sie solche ersten Kontakte deshalb aktiv und erklären Sie, dass dahinter ein Programm und keine echte Person steht, zu dem sich keine echte Freundschaft aufbauen lässt.

Altersfreigaben beachten

Achten Sie bei Spielen, Apps, Filmen und Serien immer auf die angegebenen Altersfreigaben wie FSK und USK. Prüfen Sie zusätzlich, ob die Inhalte wirklich zu Ihrem Kind passen, denn eine Altersfreigabe ist nur ein Richtwert und ersetzt nicht die eigene Einschätzung der Eltern.

Ausführliche Informationen und weiterführende Links zu den einzelnen Handlungsfelder sowie hilfreiche Tipps für den Familienalltag finden Sie hier.

Begleiten und Freiräume abstimmen

Ab etwa 10 Jahren möchten Kinder Medien zunehmend selbstständiger nutzen. Stimmen Sie Freiräume gemeinsam ab, vereinbaren Sie klare Regeln, nehmen Sie Schutzeinstellungen vor und bleiben Sie regelmäßig im Gespräch über Inhalte, Kontakte und Nutzungszeiten.

Bildschirmzeit bewusst vereinbaren

Legen Sie gemeinsam klare Zeiten für die Freizeit am Bildschirm fest. In diesem Alter ist eine Höchstdauer von etwa 60 Minuten täglich empfehlenswert. Wichtig ist, dass genügend Zeit für Schule, Schlaf, Bewegung und soziale Kontakte bleibt. Während der Schlafenszeit sollten keine Geräte im Kinderzimmer sein.

Eigenes Smartphone sorgfältig abwägen

Ein eigenes Smartphone ist in diesem Alter idealerweise noch nicht selbstverständlich. Oft reicht weiterhin ein einfaches Tastenhandy aus, um die Erreichbarkeit zu gewährleisten. Wenn Ihr Kind ein Smartphone benötigt, sollten Schutzeinstellungen aktiviert, das Datenvolumen begrenzt und die Nutzung regelmäßig gemeinsam besprochen werden. Wichtig ist, dass Sie Ihr Kind weiterhin begleiten und klare Regeln vereinbaren.

Internet begleitet nutzen

Vereinbaren Sie klare Regeln für die Internetnutzung und begleiten Sie Ihr Kind weiterhin regelmäßig. Nutzen Sie altersgerechte Jugendschutzeinstellungen und besprechen Sie gemeinsam, welche Seiten, Inhalte und Suchergebnisse geeignet sind.

Messenger klar begrenzen

Beachten Sie die vertraglichen Altersgrenzen der jeweiligen Messenger-Dienste. Wenn Ihr Kind Messenger nutzt, sollte die Kommunikation nur mit Personen stattfinden, die es aus dem realen Leben kennt. Klassenchats ohne Lehrkräfte, offene Communities oder Newsfeeds sind in diesem Alter nicht empfehlenswert.

Social Media altersgerecht einschätzen

In diesem Alter ist Social Media noch nicht empfehlenswert. Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Gespräch darüber, welche Angebote im Freundeskreis bereits genutzt werden, und erklären Sie, warum Social Media noch etwas warten kann, bis eine begleitete Nutzung ab etwa 13 Jahren möglich wird.

KI-Chatbots weiterhin begleiten

Auch in diesem Alter sollte Ihr Kind noch keinen eigenen Account für KI-Chatbots besitzen, die Nutzung findet weiterhin nur in Ihrer Begleitung statt. Prüfen Sie zudem, ob bereits genutzte Messenger oder Social-Media-Apps eigene Chatbot-Funktionen enthalten, und sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, auch wenn das nicht der eigentliche Grund für die Nutzung der App war. Achten Sie dabei auch darauf, dass sich keine enge, freundschaftsähnliche Bindung zu einem Chatbot entwickelt.

Altersfreigaben beachten

Achten Sie bei Spielen, Apps, Filmen und Serien immer auf die angegebenen Altersfreigaben wie FSK und USK. Prüfen Sie zusätzlich, ob die Inhalte wirklich zu Ihrem Kind passen, denn eine Altersfreigabe ersetzt nicht die eigene Einschätzung der Eltern.

Ausführliche Informationen und weiterführende Links zu den einzelnen Handlungsfelder sowie hilfreiche Tipps für den Familienalltag finden Sie hier.

Verantwortung stärken und im Gespräch bleiben

Jugendliche ab etwa 13 Jahren nutzen Medien zunehmend eigenständig. Bleiben Sie im Gespräch, vereinbaren Sie weiterhin klare Leitlinien und Schutzeinstellungen und unterstützen Sie Ihr Kind dabei, Risiken einzuschätzen, eigene Entscheidungen zu reflektieren und bei Problemen Hilfe zu holen.

Bildschirmzeit gemeinsam verantworten

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind weiterhin klare Regeln für die Freizeit am Bildschirm. Ab etwa 13 Jahren sind zunächst etwa 60 bis 120 Minuten täglich empfehlenswert, wobei feste Richtwerte mit zunehmendem Alter mehr und mehr individuellen Vereinbarungen weichen dürfen. Spätestens ab etwa 16 Jahren stehen solche individuellen Absprachen im Vordergrund. Als Orientierung kann weiterhin ein Richtwert von maximal 120 Minuten täglich helfen, solange Schule, Schlaf, Bewegung und soziale Kontakte nicht zu kurz kommen.

Smartphone verantwortungsvoll nutzen

Ein eigenes Smartphone kann ab etwa 13 Jahren sinnvoll sein, wenn es im Alltag benötigt wird. Vereinbaren Sie gemeinsam Regeln zu Nutzungszeiten, Kosten, Datenschutz und Schutzeinstellungen. Bleiben Sie im Gespräch darüber, wie Ihr Kind das Smartphone nutzt und an wen es sich bei Problemen wenden kann.

Internet sicher nutzen

Auch ab etwa 13 Jahren sind Jugendschutzfilter weiterhin empfehlenswert. Vereinbaren Sie gemeinsam, welche Inhalte geeignet sind, und bleiben Sie ansprechbar, wenn Ihr Kind auf irritierende, belastende oder ungeeignete Inhalte stößt.

Messenger bewusst begleiten

Beachten Sie weiterhin die vertraglichen Altersgrenzen der jeweiligen Messenger-Dienste. Führen Sie regelmäßig Gespräche darüber, mit wem Ihr Kind kommuniziert, welche Inhalte geteilt werden und wie es mit Gruppenchats, Konflikten oder unangenehmen Nachrichten umgehen kann.

Social Media selbstbestimmt nutzen

Ab etwa 13 Jahren ist eine begleitete Nutzung von Social Media möglich; eine deutlich höhere Altersgrenze würde Jugendlichen eher den Zugang zu Austausch und Teilhabe erschweren, ohne den Schutz wesentlich zu verbessern. Beachten Sie die vertraglichen Altersgrenzen der jeweiligen Angebote und aktivieren Sie gemeinsam passende Schutzeinstellungen. Ihr Kind sollte möglichst nur mit Personen kommunizieren, die es aus dem realen Leben kennt. Bleiben Sie regelmäßig im Gespräch darüber, welche Inhalte es sieht, wem es folgt und wie es mit Kommentaren, Nachrichten oder belastenden Beiträgen umgeht.

KI-Chatbots gemeinsam reflektieren

Beachten Sie die vertraglichen Altersgrenzen der jeweiligen Anbieter für KI-Chatbot-Funktionen, diese gelten oft unabhängig vom allgemeinen Mindestalter der App. Aktivieren Sie verfügbare Schutzeinstellungen und bleiben Sie im Gespräch darüber, dass Antworten von KI-Chatbots fehlerhaft, veraltet oder einseitig sein können und kritisch hinterfragt werden sollten. Achten Sie außerdem darauf, ob sich bei Ihrem Kind eine engere emotionale Bindung zu einem Chatbot entwickelt, etwa als vermeintliche Vertrauensperson, und bleiben Sie in solchen Fällen aktiv im Gespräch.

Altersfreigaben weiterhin ernst nehmen

Achten Sie auch bei Jugendlichen auf die Altersfreigaben von Spielen, Apps, Filmen und Serien, zum Beispiel FSK und USK. Besprechen Sie gemeinsam, ob Inhalte wirklich passend sind, und unterstützen Sie Ihr Kind dabei, problematische Darstellungen, In-App-Käufe oder belastende Inhalte kritisch einzuordnen.

Ausführliche Informationen und weiterführende Links zu den einzelnen Handlungsfelder sowie hilfreiche Tipps für den Familienalltag finden Sie hier.

Ausführliche Informationen und Tipps zu den einzelnen Handlungsfeldern

Jedes Kind und jede Familie sind unterschiedlich, deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf die einzelnen Handlungsfelder. Die folgenden Themenseiten bieten Ihnen konkrete Orientierung und praktische Tipps für den Familienalltag. Nehmen Sie sich die Zeit, die Themen durchzugehen, die für Sie gerade relevant sind.

Überblick über die Handlungsfelder

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